Mehr schwangerschaftsbedingte Todesfälle in der Pandemie – erhöhtes Risiko für schwarze Frauen bleibt bestehen20. April 2026 Symbolbild: © AU USAnakul/stock.adobe.com Schwangerschaftsbedingte Todesfälle in den USA nahmen während der COVID-19-Pandemie stark zu, wobei die Auswirkungen für schwarze Frauen besonders groß waren, wie eine neue Studie nahelegt. Während die Raten für die meisten Bevölkerungsgruppen inzwischen wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht haben, sind sie für schwarze Mütter weiterhin deutlich höher, so die Studie von Michigan Medicine in der Fachzeitschrift „Obstetrics & Gynecology“. „Wir haben während der COVID-19-Pandemie einen dramatischen Anstieg schwangerschaftsbedingter Todesfälle beobachtet, aber die Erholung verlief nicht für alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen“, erklärt die leitende Autorin Dr. Lindsay Admon, außerordentliche Professorin für Geburtshilfe und Gynäkologie an der University of Michigan Medical School und Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am U-M Health Von Voigtlander Women’s Hospital. „Wir müssen besser verstehen, was diese Unterschiede verursacht, damit wir Lösungen entwickeln können, die die Müttersterblichkeit senken und die Behandlungsergebnisse für alle verbessern.“ Pandemie führte zu starkem Anstieg der Müttersterblichkeit Die USA weisen seit Langem die höchste Müttersterblichkeitsrate unter vergleichbaren Ländern auf, und die COVID-19-Pandemie verschärfte die Krise. Die Müttersterblichkeit, definiert als Todesfälle während der Schwangerschaft oder innerhalb von 42 Tagen nach der Geburt, stieg während der Pandemie um mehr als 60 Prozent, von etwa 20 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten im Jahr 2019 auf 33 im Jahr 2021. Von 2018 bis 2024 wurden in den USA 8298 schwangerschaftsbedingte Todesfälle gemeldet. Der Großteil des pandemiebedingten Anstiegs war auf COVID-19-bedingte Todesfälle zurückzuführen. Die Todesfälle im Frühstadium der Schwangerschaft stiegen um 7,5 pro 100.000 Lebendgeburten, die im Spätstadium um 3,7 pro 100.000. Bis 2023/24 hatte sich die Müttersterblichkeit wieder auf das Niveau vor der Pandemie eingependelt, die Todesfälle im Spätstadium blieben jedoch erhöht. Die Erholung verlief je nach Gruppe unterschiedlich. Die größten Zuwächse verzeichneten nicht-hispanische schwarze und indigene Mütter (Indianer und Ureinwohner Alaskas) sowie ältere Gebärende im Alter von 40 bis 49 Jahren. Die Sterblichkeitsraten im Zusammenhang mit der Schwangerschaft – sowohl im frühen als auch im späten Stadium – blieben bei nicht-hispanischen schwarzen Müttern deutlich höher. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass COVID-19-bedingte Todesfälle einen Großteil des Anstiegs während der Pandemie verursacht haben“, berichtet Admon. „Sie verdeutlichen zudem die anhaltenden ethnischen Ungleichheiten bei Müttersterblichkeit. Obwohl Fortschritte erzielt wurden, ist weiterer Handlungsbedarf gegeben, insbesondere um die Sterblichkeit im späten Wochenbett zu senken und die Versorgung schwarzer Mütter zu verbessern.“ Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Maßnahmen zu evaluieren, die die Müttergesundheit beeinflussen können, so Admon. Dazu gehören auch Maßnahmen aus der Pandemiezeit wie die Ausweitung des Medicaid-Schutzes im Rahmen staatlicher Hilfsprogramme. „Es ist dringend notwendig zu verstehen, wie sich die Maßnahmen während und nach der Pandemie auf die Müttergesundheit ausgewirkt haben“, so Admon. „Diese Arbeit kann dazu beitragen, die Bemühungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Politik zur Senkung der Sterblichkeit im Zusammenhang mit Schwangerschaft zu lenken und die Chancengleichheit im Gesundheitswesen für Mütter, Kinder und Familien zu verbessern.“ (lj/BIERMANN)
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