Brustkrebs: Kürzere Bestrahlung nach Mastektomie bei Brustrekonstruktion ebenso sicher

Symbolbild KI-generiert mit ChatGPT.

Eine dreiwöchige Strahlentherapie nach einer Mastektomie ist bei Frauen mit anschließender Brustrekonstruktion der bisher üblichen fünfwöchigen Behandlung nicht unterlegen. Das zeigen die Ergebnisse der RT-CHARM-Studie, die im „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht wurden.

Bei der sogenannten hypofraktionierten Strahlentherapie werden pro Sitzung etwas höhere Strahlendosen verabreicht, dafür sind insgesamt weniger Behandlungstermine erforderlich. Das Verfahren wird nach einer brusterhaltenden Operation bereits seit Jahren eingesetzt. Nach einer Mastektomie wird es bei Frauen mit anschließender Brustrekonstruktion bislang zurückhaltender angewendet, da höhere Einzeldosen das Risiko für Komplikationen bei der Rekonstruktion erhöhen könnten.

Kürzere Bestrahlung ohne mehr Komplikationen

An der randomisierten Studie nahmen 898 Patientinnen an 209 akademischen und nichtakademischen Zentren in den USA und Kanada teil. Die Hälfte erhielt eine konventionell fraktionierte Bestrahlung mit 25 Sitzungen über fünf bis sechs Wochen. Die andere Hälfte wurde mit 16 Sitzungen über drei bis vier Wochen hypofraktioniert bestrahlt.

Zwei Jahre nach der Behandlung unterschieden sich die Raten chirurgischer Komplikationen nur geringfügig: Sie lagen bei 12,3 Prozent unter der verkürzten Bestrahlung und bei 10,2 Prozent unter der Standardtherapie. Die statistische Auswertung zeigte, dass die hypofraktionierte Bestrahlung hinsichtlich der Komplikationen der Brustrekonstruktion der Standardbehandlung nicht unterlegen war.

Auch bei der lokalen Tumorkontrolle zeigten sich keine relevanten Nachteile. Nach einer Nachbeobachtungszeit von knapp vier Jahren war bei 1,5 Prozent der Patientinnen in der Gruppe mit verkürzter Bestrahlung und bei 2,2 Prozent der Patientinnen unter der Standardtherapie ein Wiederauftreten des Tumors im behandelten Bereich festgestellt worden.

Auch bei unterschiedlichen Rekonstruktionsverfahren

Die Studie schloss sowohl Patientinnen mit implantatbasierter Brustrekonstruktion als auch mit einer autologen Rekonstruktion ein. Bei letzterer wird körpereigenes Gewebe, beispielsweise in Form eines sogenannten Flaps, zur Rekonstruktion der Brust verwendet.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die verkürzte Bestrahlung bei beiden Rekonstruktionsverfahren eingesetzt werden kann. Nach Einschätzung der Studienautoren liefern die Daten damit eine wichtige Grundlage für die gemeinsame Therapieentscheidung von Radioonkologie, Brustchirurgie und plastischer Chirurgie.

Für die Patientinnen bedeutet die verkürzte Behandlung insbesondere eine Reduktion der Zahl der notwendigen Bestrahlungstermine und der damit verbundenen Belastungen. Nach Ansicht der Studienleitung könnte die dreibzw. vierwöchige Behandlung daher künftig dazu beitragen, die Strahlentherapie nach Mastektomie und Brustrekonstruktion stärker zu verkürzen.

(lj/BIERMANN)