Brustkrebs: Studie zu Abnehmprogramm meldet erste Erfolge25. August 2025 Symbolbild ©Charlie’s/stock.adobe.com Eine Studie des Dana-Faber Cancer Institute untersucht die Auswirkungen einer gezielten Intervention zur Gewichtsreduktion in Patientinnen mit HER2-negativem Brustkrebs. Die Gewichtsverluste nach einem Jahr sind ein erster Erfolg. Fettleibigkeit ist ein Risikofaktor für das Wiederauftreten von Brustkrebs, sowie andere damit verbundene Gesundheitsprobleme und eine verminderte Lebensqualität. Allerdings fehlt es an wirksamen und zuverlässigen Methoden, um Patientinnen nach der Diagnose und Behandlung von Brustkrebs beim Abnehmen zu unterstützen. Eine Studie des Dana-Farber Cancer Institute hat ergeben, dass Brustkrebspatientinnen mit einem Body Mass Index (BMI) von 27 oder höher mithilfe eines Abnehmprogramms nach einem Jahr durchschnittlich 4,7 Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren, während die Kontrollgruppe durchschnittlich ein Prozent ihres Ausgangsgewichts zunahm. Die Studie soll langfristig untersuchen, ob dieser Gewichtsverlust durch gezielte Intervention die Rezidivrate nach einer Brustkrebsbehandlung beeinflussen kann. Telefon-basiertes Abnehmprogramm An der Breast Cancer Weight Loss (BWEL)-Studie nahmen fast 3.180 Frauen aus über 637 Krebsbehandlungszentren in den USA und Kanada teil. Die Teilnehmerinnen, bei denen HER2-negativer Brustkrebs im Stadium 2 oder 3 diagnostiziert worden war, hatten die Chemo- und Strahlentherapie (sofern durchgeführt) abgeschlossen und wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einem Telefon-basierten Abnehmprogramm plus Gesundheitsaufklärung zugeteilt oder erhielten nur eine Gesundheitsaufklärung. Das Abnehmprogramm schulte die Patientinnen per Telefon darin, ihre Kalorienaufnahme zu reduzieren und mehr Sport zu treiben. Nach zwölf Monaten hatten 46,5 Prozent der Patientinnen mit dem Abnehmprogramm 5 Prozent und 22,5 Prozent der Patientinnen sogar 10 Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren. Im Gegensatz dazu verloren nur 14,3 Prozent der Kontrollgruppe 5 Prozent ihres Ausgangsgewichts und 5 Prozent der Kontrollgruppe 10 Prozent. Darüber hinaus nahmen 21,9 Prozent der Kontrollgruppe mehr als 5 Prozent ihres Ausgangsgewichts zu, verglichen mit 8,2 Prozent in der Interventionsgruppe. „Nach der Diagnose Brustkrebs ist es sehr schwer, Gewicht zu verlieren, und viele Menschen nehmen sogar zu“, erklärt Studienleiterin Dr. Jennifer Ligibel von Dana-Farber. „Diese Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, Patientinnen nach einer Brustkrebsdiagnose bei der Gewichtsreduktion zu unterstützen.“ Möglicherweise individueller Anpassungsbedarf Die Patientinnen verzeichneten den Gewichtsverlust durch die Intervention zur Gewichtsreduktion unabhängig von Bildungsniveau, sozioökonomischem Status und Behandlungsart, einschließlich der Patientinnen unter Antihormontherapie. Die Ergebnisse zeigten allerdings einen geringeren Gewichtsverlust bei Patientinnen vor der Menopause, Afroamerikanerinnen und Latinas. „Es bedarf weiterer Forschung, um die Interventionen zur Gewichtsreduktion für verschiedene Gruppen von Brustkrebsüberlebenden zu optimieren“, so Ligibel. Praxisnahe Infrastruktur bereitstellen Die Studie bot die Intervention sowohl auf Englisch als auch auf Spanisch an und stellte eine Toolbox mit Rezeptempfehlungen bereit, die eine Reihe von Ernährungspräferenzen unterstützten, darunter vegetarische, vegane und kohlenhydratarme Ernährung. Zu den Rezepten gehörten karibische, mexikanische und indische Gerichte. Kommerzielle Partner unterstützten die Studie mit der Spende von Aktivitätsmonitoren, drahtlosen Waagen, Mahlzeitenersatz-Shakes und Küchenwaagen, die die Patientinnen bei Bedarf nutzen konnten. „Wir haben versucht, die Menschen dort abzuholen, wo sie sich gerade befanden, solange sie sich an eine gesunde Ernährung, die Kalorienbeschränkungen und das Aktivitätsniveau hielten“, resümiert Ligibel. „Die Patientinnen brauchen Unterstützung und eine Infrastruktur, und diese Studie bietet eine Intervention, die an vielen Standorten und bei einem breiten Personenkreis funktioniert.“ Auswirkung auf Rezidivrate noch unklar Langfristiges Ziel der BWEL-Studie ist es, festzustellen, ob die Intervention das Wiederauftreten von Brustkrebs reduziert. Wenn dies der Fall ist, könnte das Programm für mehr Patientinnen verfügbar werden. „Wir arbeiten daran, die Kostenerstattung von Abnehmprogrammen für Brustkrebspatientinnen durch die Krankenkassen zu ermöglichen, um diese Art der Intervention für Patienten unabhängig von ihrer finanziellen Situation zugänglich zu machen“, kommentiert Ligibel abschließend. (mkl/BIERMANN) Die BWEL-Studie ist eine vom National Cancer Institute und der Susan G. Komen Foundation geförderte Phase-III-Studie. Die Ergebnisse der vordefinierten Sekundäranalyse wurden in der Fachzeitschrift „JAMA Oncology“ veröffentlicht.
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