Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft beeinflusst das Risiko für Präeklampsie15. Mai 2026 Symbolbild © interstid/stock.adobe.com Forscher aus China führten eine multizentrische retrospektive Studie mit 53.054 Einlingsschwangerschaften durch und stellten fest, dass erhöhte Blutzuckerwerte im ersten Trimester sowie signifikante Schwankungen des Blutzuckerspiegels während der Schwangerschaft das Risiko für Präeklampsie in einem U-förmigen Muster erhöhen. Präeklampsie ist weltweit eine der Hauptursachen für den Tod von Müttern. Während frühere Forschungen auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Blutzuckerwerten und Präeklampsie hingewiesen haben, blieb der spezifische Dosis-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Blutzuckerschwankungen während der Schwangerschaft und dem Präeklampsierisiko lange Zeit unklar. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Xiaoli Wang von der School of Public Health der Peking-Universität führte in Zusammenarbeit mit dem Team von Prof. Yuan Wei vom Dritten Krankenhaus der Peking-Universität im „Chinese Medical Journal“ eine groß angelegte retrospektive Kohortenstudie durch. Die Ergebnisse den Zusammenhang zwischen den Blutzuckerwerten während der Schwangerschaft und dem Risiko einer Präeklampsie auf. Die Studie, die auf Daten von 53.054 Einlingsschwangerschaften aus 121 Krankenhäusern in China (2015–2018) basiert, deckte einen dosisabhängigen Zusammenhang zwischen den Blutzuckerwerten im ersten Trimester und dem Risiko für Präeklampsie auf. In die Studie wurden ausschließlich Teilnehmerinnen aufgenommen, die vor der Schwangerschaft nicht an chronischem Bluthochdruck, Diabetes oder einer gestörten Glukosetoleranz litten. Es wurden ihre Nüchternplasmaglukosewerte im ersten Trimester sowie ihre Blutzuckerdaten bei der Präeklampsie-Untersuchung erfasst, wobei die Präeklampsie nach den Kriterien der Chinesischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie diagnostiziert wurde. Mithilfe logistischer Regressionsmodelle mit eingeschränkten kubischen Splines und robuster Poisson-Regression analysierte das Forschungsteam die Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen dem Blutzuckerspiegel im ersten Trimester, den Blutzuckerveränderungen während der Schwangerschaft und dem Risiko für Präeklampsie. Dabei wurden Kovariaten wie Region, Alter, Bildungsstand, Body-Mass-Index vor der Schwangerschaft und der Einsatz assistierter Reproduktionstechniken berücksichtigt, um die Validität der Ergebnisse sicherzustellen. U-förmiger Zusammenhang zwischen Blutzuckerspiegel und Präeklampsierisiko Die Ergebnisse zeigen deutlich: Das Risiko einer Präeklampsie steigt signifikant an, wenn der Blutzuckerspiegel im ersten Trimester ansteigt. Schon ein leichter Anstieg des Blutzuckerspiegels in der Frühschwangerschaft ist mit einem höheren Risiko für eine Präeklampsie verbunden, wobei das Risiko mit steigendem Blutzuckerspiegel stetig zunimmt. Vor allem aber fand die Studie einen deutlichen U-förmigen Zusammenhang zwischen Blutzuckerschwankungen während der Schwangerschaft und dem Risiko für Präeklampsie. Mit anderen Worten: Sowohl ein extremer Anstieg als auch ein starker Abfall des Blutzuckerspiegels während der Schwangerschaft können das Risiko für Präeklampsie erhöhen, während ein relativ stabiler Blutzuckerspiegel während der gesamten Schwangerschaft mit der geringsten Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung der Erkrankung verbunden ist. Diese zentrale Schlussfolgerung galt für verschiedene Gruppen schwangerer Frauen und unterstreicht einmal mehr die Bedeutung stabiler Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft. Diese Ergebnisse bauen auf früheren Forschungen in diesem Bereich auf, die auf einen möglichen Zusammenhang zwischen hohem Blutzucker und Präeklampsie hingedeutet hatten, jedoch keine konkreten Belege dafür lieferten, wie sich Blutzuckerschwankungen während der Schwangerschaft auf die Erkrankung auswirken. Die Studie bestätigte auch, dass der Zusammenhang zwischen Blutzucker und Präeklampsie auch nach Berücksichtigung von Adipositas – einem bekannten Hauptrisikofaktor für Präeklampsie – signifikant bleibt. Dies unterstreicht, dass die Blutzuckerkontrolle eine unabhängige und entscheidende Rolle bei der Prävention dieser schwerwiegenden Schwangerschaftskomplikation spielt. Verbessertes Blutzuckermanagement gefordert Die Studie zeigt auf, dass ein effektives Blutzuckermanagement nicht nur für Schwangere mit Schwangerschaftsdiabetes, sondern für alle werdenden Mütter, die ihr Präeklampsierisiko senken möchten, relevant sein könnte. Die Ergebnisse liefern neue empirische Belege für die Optimierung von Blutzuckerüberwachungsprotokollen in der Schwangerschaft und unterstreichen die Notwendigkeit, das Blutzuckermanagement in der klinischen Versorgung zu verbessern. Das Forschungsteam empfiehlt, die Blutzuckeruntersuchungen für Schwangere zu intensivieren und insbesondere frühzeitig in der Schwangerschaft Interventionen durchzuführen, um das Risiko von Schwangerschaftskomplikationen zu reduzieren. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie zum Thema Präeklampsie ebenfalls interessieren: Jahre zuvor auffällige Blutwerte mit Risiko für Präeklampsie assoziiert Apherese als mögliche Behandlung bei Präeklampsie
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