Jahre zuvor auffällige Blutwerte mit Risiko für Präeklampsie assoziiert12. Mai 2026 Symbolbild © somkanokwan/stock.adobe.com Geringfügige Auffälligkeiten bei verschiedenen Blutwerten, die bereits mehrere Jahre vor einer Schwangerschaft vorliegen, stehen in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck und Präeklampsie während der Schwangerschaft. Bluthochdruck während der Schwangerschaft tritt verhältnismäßig häufig auf; er kann ein frühes Anzeichen für eine Präeklampsie sein oder sich zu einer solchen Erkrankung entwickeln. Der Blutdruck wird daher bei jedem Vorsorgetermin engmaschig überwacht, um Veränderungen rechtzeitig erkennen zu können. Derzeit stützt sich die Risikobewertung primär auf Daten, die erst nach Eintritt der Schwangerschaft erhoben werden. „Unsere Studie zeigt, dass in der Vergangenheit durchgeführte Blutuntersuchungen – die im Gesundheitswesen bereits in anderen Zusammenhängen routinemäßig eingesetzt werden – dabei helfen können, gefährdete Frauen schon lange vor einer möglichen Schwangerschaft zu identifizieren“, erklärt Karin Leander, Dozentin und außerordentliche Professorin am Institut für Umweltmedizin des Karolinska-Instituts, die die Forschungsarbeit leitete. „Langfristig könnte dies neue Möglichkeiten eröffnen, um Schwangerschaftskomplikationen vorzubeugen.“ Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „JAMA Network Open“ veröffentlicht. Gesundheitsdaten Jahre vor der Schwangerschaft analysiert Die Studie basiert auf der AMORIS-Datenbank und umfasst etwas mehr als 35.000 Frauen aus Stockholm (Schweden), die ihr erstes Kind erwarteten. Etwa vier bis sechs Jahre vor der Schwangerschaft unterzogen sich diese Frauen Gesundheitsuntersuchungen und ließen Bluttests durchführen, bei denen unter anderem Blutzucker, Blutfette sowie Marker für „stille Entzündungen“ (Low-grade inflammation) gemessen wurden. Anschließend wurden die Frauen über nationale Register weiterverfolgt. Insgesamt entwickelten 5,5 Prozent der Frauen während der Schwangerschaft Bluthochdruck oder eine Präeklampsie. Abhängig davon, welcher Marker erhöht war, waren zwischen 5,5 und 12,8 Prozent der Frauen mit Stoffwechselstörungen vor der Schwangerschaft betroffen – im Vergleich zu 4,1 bis 5,3 Prozent bei Frauen, deren Werte im Normalbereich lagen. Selbst mäßig erhöhte Werte bestimmter Blutfette (LDL-Cholesterin, Triglyceride und Apolipoprotein B), des Entzündungsmarkers Haptoglobin sowie des sogenannten TyG-Index (ein Marker für einen gestörten Glukosestoffwechsel) standen in Verbindung mit einem erhöhten Risiko. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass das erhöhte Risiko bereits bei Werten beginnen kann, die derzeit noch als normal gelten“, erklärt Leander. „Dies bedeutet, dass routinemäßige Blutuntersuchungen als zusätzliches Instrument dienen könnten, um medizinisches Fachpersonal dabei zu unterstützen, Risiken einzuschätzen und den Lebensstil mit Frauen im gebärfähigen Alter zu erörtern – sowohl vor als auch zu Beginn einer Schwangerschaft.“ Zusammenhang mit langfristiger Herz-Kreislauf-Gesundheit Die Forscher betonen, dass die Ursachen für schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck komplex sind und noch nicht vollständig verstanden werden. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelte, sollten die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden; es lassen sich keine kausalen Zusammenhänge ableiten. Der nächste Schritt besteht darin zu untersuchen, ob frühe Auffälligkeiten bei Blutzucker, Blutfetten und Entzündungswerten auch andere Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes und Frühgeburten vorhersagen können. „Wir werden zudem den Zusammenhang zwischen diesen Markern und der langfristigen kardiovaskulären Gesundheit der Frauen untersuchen“, schließt Leander. (lj/BIERMANN) Auch interessant zum Thema Präeklampsie: Apherese als mögliche Behandlung bei Präeklampsie Die routinemäßige Einnahme von Aspirin beugt schwerer Präeklampsie vor
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