Kontralateraler Brustkrebs nach Strahlentherapie und endokriner Therapie12. Mai 2026 Bild: ©New Africa – stock.adobe.com In einer populationsbasierten Studie mit 2 unabhängigen Kohorten untersuchte ein US-amerikanisches Forschungsteam die kombinierte Wirkung von Strahlentherapie und endokriner Therapie auf das Risiko von kontralateralem Brustkrebs. Wie die Autoren festhalten, haben ihre Ergebnisse wichtige Implikationen für Personen, die einer Strahlenexposition des Thorax ausgesetzt sind. So erhöhte eine Strahlentherapie das Risiko für ein kontralaterales Mammakarzinom, jedoch schien die endokrine Therapie dieses Risiko bei Östrogenrezeptor-positiven (ER+) Tumoren abzuschwächen. Die Forschenden analysierten Daten aus 2 US-amerikanischen retrospektiven Kohortenstudien mit 5‑Jahres-Überlebenden eines Mammakarzinoms (Stadium I–III, Alter 20–84 Jahre) aus der Kaiser-Permanente-Kohorte (KP, 1990–2012) und den SEER‑Krebsregistern (1990–2013). Für die KP-Kohorte rekonstruierten die Autoren die Strahlendosen auf die kontralaterale Brust. Mittels multivariabler Poisson-Regression wurden relative Risiken (RR) und zusätzliche relative Risiken pro Gray (ERR/Gy) geschätzt, stratifiziert nach Anwendung einer endokrinen Therapie. Die KP-Kohorte (n=9053) umfasste 353 Fälle eines kontralateralen Mammakarzinoms (73 % ER+), die SEER-Kohorte (n = 244.834) 10.470 Fälle (72% ER+). Bei Frauen mit einem ER+ Ersttumor erhöhte die Strahlentherapie das Risiko für ein kontralaterales ER+ Mammakarzinom bei Patientinnen ohne endokrine Therapie (KP: RR 2,2; 95%-KI 1,20–4,14; SEER: RR 1,12; 95%-KI 1,04–1,21), nicht jedoch bei jenen mit endokriner Therapie (KP: RR 0,88; 95%-KI 0,61–1,26; SEER: RR 1,03; 95%-KI 0,94–1,12). Endokrine Therapie scheint Risiko durch Strahlentherapie zu kompensieren In der KP-Kohorte war eine höhere Strahlendosis auf die kontralaterale Brust mit einem erhöhten Risiko für ein kontralaterales ER+ Mammakarzinom bei Patientinnen ohne endokrine Therapie assoziiert (ERR/Gy 1,39; 95%-KI 0,33–3,66), nicht jedoch bei Patientinnen mit endokriner Therapie (ERR/Gy -0,13; 95%-KI -0,36 bis 0,23). Die Strahlentherapie erhöhte zudem das Risiko für kontralateralen ER– Brustkrebs (KP: RR 1,85; 95%-KI 0,95–3,59; SEER: RR 1,12; 95%-KI 1,01–1,23), insbesondere bei jüngeren exponierten Frauen (SEER: RR 1,31; 1,02–1,69 für Alter unter 40 vs. ab 40 Jahren). Ferner stieg das Risiko linear mit der Strahlendosis auf die kontralaterale Brust (ERR/Gy 0,87; 95%-KI 0,04–2,72). (ins) Mehr zu Brustkrebs: Prävention von Brustkrebsrezidiven: Ruhende Tumorzellen gezielt bekämpfen Neue Schwachstelle bei therapieresistentem Brustkrebs entdeckt
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