Brustkrebsstudie: Patientinnen mit mehreren Tumoren in einer Brust brauchen möglicherweise keine Mastektomie5. April 2023 Abbildung: © Matthieu/stock.adobe.com Bei Frauen mit multiplen Tumoren in einer Brust kann möglicherweise eine Mastektomie vermieden werden, wenn bei der Resektion ausreichend Brustgewebe verbleibt. Das berichten die Autoren einer Studie unter der Leitung der Alliance in Clinical Trials in Oncology und des Mayo Clinic Comprehensive Cancer Center (USA). Die Patientinnen würden in einem solchen Fall eine brusterhaltende Therapie erhalten: eine Lumpektomie gefolgt von einer Ganzbrustbestrahlung anstelle einer Mastektomie. „Ich freue mich über diese Ergebnisse, weil sie Patientinnen sowie die multidisziplinären Pflegeteams, die sich um die Patientinnen kümmern, in die Lage versetzen werden, über diese Option für Frauen nachzudenken, die möglicherweise ihre Brust erhalten möchten“, sagt Dr. Judy Boughey, Hauptautorin der Studie und Onkologin sowie Brustchirurgin am Mayo Clinic Comprehensive Cancer Center. „Manche Patientinnen bevorzugen oder brauchen möglicherweise immer noch eine Mastektomie, und das ist ein Ansatz, der völlig in Ordnung ist. Aber einer größeren Zahl von Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs eine Alternative anbieten zu können, ist ein großer Schritt nach vorn.“ Die Forschenden untersuchten in ihrer prospektiven, einarmigen Studie die Daten von 204 geeigneten Frauen im Alter von über 40 Jahren, bei denen in zwei oder drei verschiedenen Bereichen in ein und derselben Brust eine Krebserkrankung festgestellt wurde und die sich für eine Erhaltung der Brust aussprachen. Bei allen Patientinnen führte man präoperativ eine Mammographie und/oder eine Ultraschalluntersuchung durch. Alle bis auf 15 Frauen unterzogen sich zudem einer Mamma-Magnetresonanztomographie (MRT). Auf eine Lumpektomie folgte eine Ganzbrustbestrahlung mit Strahlenverstärkung an jeder Lumpektomiestelle. Die Frauen wurden fünf Jahre lang auf nachfolgende Brustkrebsereignisse hin beobachtet. Die Daten nach fünf Jahren zeigten, dass bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 66,4 Monaten bei sechs Patientinnen ein Lokalrezidiv auftrat. Die Lokalrezidivrate bei Krebs betrug 3,1 Prozent – ein hervorragendes Ergebnis, so urteilen die Studienautoren: Es gleiche der Lokalrezidivrate bei Patientinnen mit einem einzelnen Tumor in einer Brust, die eine brusterhaltende Therapie erhalten haben, erklärt Boughey. In der Vergangenheit sei Frauen mit mehreren Tumoren in einer Brust zu einer Mastektomie geraten worden, doch jetzt könne eine weniger invasive Option mit rascherer Genesung angeboten werden, was zu einer größeren Patientenzufriedenheit und besseren kosmetischen Ergebnissen führe. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Lokalrezidivrate bei Patientinnen mit präoperativem MRT niedriger war als bei solchen ohne präoperatives MRT. Für Patientinnen, die zwei oder drei Tumore in einer Brust aufweisen und eine Brusterhaltung in Betracht ziehen, sollte vor der Operation eine MRT in Betracht gezogen werden, um sicherzustellen, dass keine ausgedehntere Erkrankung vorliegt, erklärt Boughey. Mehrere andere Faktoren, wie die Größe der Brust, werden Einfluss darauf haben, ob einer Patientin eine brusterhaltende Therapie angeboten werden kann, fügt sie hinzu.
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