Brustrekonstruktion mit Eigengewebe6. Juni 2018 Oberärztin Dr. Inga Bekes und Prof. Christoph Andree während einer DIEP-Operation. Quelle: Universitätsklinikum Ulm Ein Jahr erfolgreiche Kooperation der Universitätsfrauenklinik Ulm mit renommiertem plastischen Chirurgen aus Düsseldorf. Brustkrebs ist in Deutschland die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Entstehen im Rahmen der operativen Therapie größere kosmetische Brustdefekte, entscheiden sich viele Patientinnen für einen Wiederaufbau. Seit mittlerweile einem Jahr bietet die Universitätsfrauenklinik Ulm in Kooperation mit Prof. Christoph Andree, einem in Düsseldorf tätigen Experten für Brustrekonstruktionen, den Brustaufbau mittels der freien Lappentechnik „DIEP“ an. Dies teilte jetzt das Universitätsklinikum Ulm mit. Hierbei wird Gewebe aus dem Unterbauchbereich – bestehend aus Haut und Unterhautfett – entnommen und transplantiert – ein hochentwickeltes Verfahren, das nur in wenigen zertifizierten Brustzentren angeboten wird. Am 1. Juni wurde die fünfte DIEP-Operation (“deep inferior epigastric perforator”) erfolgreich durchgeführt. „Für unsere Patientinnen ist die Diagnose Brustkrebs und vor allem Mastektomie ein großer Schock. Viele Frauen haben Angst, mit ihrer Brust auch ihre Weiblichkeit zu verlieren“, erklärt die operative Leiterin des Brustzentrums an der Universitätsfrauenklinik Ulm, Dr. Visnja Fink. „Wir freuen uns deshalb, dass wir mit der DIEP-Technik hier in Ulm eine schonende Brustrekonstruktion anbieten können, die durch Eigengewebe zu einer neuen, möglichst natürlichen Brust führt.“ Bei dem Verfahren der Eigengewebsrekonstruktion mittels DIEP wird das fehlende Brustvolumen durch Haut- und Fettgewebe mit Blutgefäßen aus dem Unterbauch ersetzt. Einer der Vorteile dieses freien Lappentransfers gegenüber der gängigen Eigengewebs-Brustaufbaumethode mittels gestielter Lappenplastiken, bei der Gewebe mit den zugehörigen blutversorgenden Gefäßen und Nerven transplantiert wird, besteht darin, dass kein Muskelgewebe entnommen wird. Der Bauch als Entnahmestelle wird so geschont und durch eine Bauchdeckenstraffung – für viele ein willkommener Nebeneffekt – direkt verschlossen. Die entstandene Narbe am Bauch liegt sehr tief und kann durch Kleidung gut verdeckt werden. Da das entnommene Unterbauchgewebe in Konsistenz und Struktur der weibliche Brust sehr ähnlich ist, ergibt diese Form der Rekonstruktion ein äußerst natürliches Ergebnis. Seit mittlerweile einem Jahr führt die Universitätsfrauenklinik die Rekonstruktionsmethode nun erfolgreich in Zusammenarbeit mit Andree, einem international renommierten Experten und Chefarzt der plastischen und ästhetischen Chirurgie in Gerresheim (bei Düsseldorf), durch. „Die brustchirurgische Abteilung unserer Klinik hat ihr Portfolio deutlich erweitert. Neben dem Wiederaufbau mittels Implantat können wir, wie nur ganz wenige Zentren in Deutschland, nun alle Formen des Wiederaufbaus aus körpereigenem Gewebe anbieten“, erklärt der Ärztliche Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Ulm und Leiter der deutschen Expertenkommission für Brustkrebs (AGO Mamma), Prof. Wolfgang Janni. „Wir können nun noch besser und individueller auf die Bedürfnisse unserer Patientinnen eingehen“, stimmt Prof. Jens Huober, Leiter des zertifizierten Brustzentrums, zu. Am 1. Juni wurde laut Mitteilung der Uniklinik Ulm die insgesamt fünfte DIEP-Operation am Universitätsklinikum Ulm erfolgreich durchgeführt. Da die Kooperation mit Andree seit einem Jahr sehr positiv verlaufe, so heißt es abschließend, wolle die Universitätsfrauenklinik die Zusammenarbeit in Zukunft ausweiten. Geplant sei zum Beispiel, gemeinsam auch rein kosmetische Eingriffe wie etwa Brustvergrößerungen anzubieten.
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