Bundeskabinett beschließt Nationale Strategie zur Stillförderung

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Mit einem Bündel von Maßnahmen will die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für das Stillen nachhaltig verbessern, Angebote zur Stillförderung verzahnen und Mütter nach individuellem Bedarf unterstützen, ihre Kinder mindestens sechs Monate zu stillen.
Mit dem Kabinettsbeschluss der Nationalen Strategie will die Bundesregierung dazu beitragen, die Rahmenbedingungen zu verbessern und Deutschland stillfreundlicher zu machen. Ziel ist, jede Frau nach ihrem ganz eigenen Bedarf zu unterstützen und ihr das Stillen zu vereinfachen. Die Stillmotivation soll gerade auch bei jenen Frauen erhöht werden, die bislang seltener oder kürzer stillen. Bestehende und bewährte Angebote der Stillförderung sollen nachhaltig mit neuen Maßnahmen verzahnt werden.

Auf welcher Basis wurde die Stillstrategie erarbeitet?

Mutter und Kind werden während der gesamten Stillzeit neben dem engen familiären Umfeld von zahlreichen Personen beeinflusst, beraten und unterstützt. So sind beispielsweise Frauen-, Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte, Hebammen, Gesundheits-, Kranken- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger sowie Gesundheitsfachkräfte der Frühen Hilfen Ansprechpartner der Mütter. Darüber hinaus gibt es weitere Berufsgruppen, die Familien beraten.

Die Nationale Strategie basiert auf Empfehlungen, die mehr als 150 Vertreterinnen und Vertreter von Berufs- und Fachverbänden, öffentlichen Institutionen, der Länder, kommunaler Spitzenverbände, Krankenkassen, medizinischer Fakultäten und Kliniken sowie der Nationalen Stillkommission gemeinsam erarbeitet haben.

Dabei wurden sieben Strategiefelder identifiziert. Diese werden zudem durch die Querschnittsaufgabe „Kommunikation“ ergänzt. Die Strategiefelder sind:

  • Evidenzbasierte Leitlinien
  • Aus-, Fort- und Weiterbildung
  • Präventions- und Versorgungsstrukturen
    Kommunale Stillförderung
  • Stillen und Beruf
  • Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten
    Systematisches Stillmonitoring
  • Alle Maßnahmen innerhalb der Strategiefelder zielen darauf, die Stillförderung kurz-, mittel- und langfristig zu verbessern.
  • Maßnahmen, etwa im Bereich der „Kommunikation“, wirken schnell und verbessern die Situation unmittelbar. Andere wiederum, beispielsweise Anpassungen in der Ausbildung von medizinischem Personal, werden erst langfristig Auswirkungen haben.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erarbeitet eine evidenzbasierte Leitlinie zum Thema „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“. Sie soll im kommenden Jahr fertiggestellt werden.

Die Leitlinie bildet zukünftig die wissenschaftliche Grundlage für alle Aktivitäten der Stillförderung. Bestehende medizinische Leitlinien wie „Allergieprävention“ oder „Diabetes und Schwangerschaft“, die ebenfalls Aussagen zum Stillen treffen, werden entsprechend der neuen Leitlinie überprüft und im Rahmen ihrer regelmäßigen Revision angepasst. Für (werdende) Eltern und Familien wird eine laienverständliche Version entwickelt.