BvDU unterstützt Primärarztsystem – mit Urologen als Grundversorgern2. April 2025 Dr. Axel Belusa, BvDU-Präsident, und Dr. Peter Kollenbach, 2. Vizepräsident des BvDU (v.l.), beim SpiFa-Fachärztetag in Berlin am 28.03.2025. Foto: BvDU Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) fordert, dass die Fachgruppe Urologie in dem Primärarztsystem, das während der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD diskutiert wird, als Primärversorger mit direktem Patientenzugang berücksichtigt wird. Eckpfeiler für eine Stärkung der Gesundheit ist laut dem Papier, das die Arbeitsgruppe „Gesundheit und Pflege“ im Rahmen der Koalitionsverhandlungen vorgelegt hat, die Verbesserung der ambulanten Versorgung. Erzielt werden soll dies durch ein verbindliches Primärarztsystem, bei freier Arztwahl durch Haus- und Kinderärzte, ergänzt durch spezifische Lösungen einer Betreuung durch den erforderlichen Facharzt für chronisch Erkrankte. Grundvoraussetzung der neuen Gesundheitspolitik soll die Stärkung der Gesundheit sein. Erreicht werden soll dies unter anderem durch Prävention. Explizit benannt wird im Rahmen der „geschlechts- und diversitätssensiblen medizinischen Vorsorge und Behandlung“ die uroonkologische Erkrankung Prostatakrebs. Der BvDU betrachtet den vorliegenden Vorschlag als ersten Ansatz, der weiterer Überarbeitung und konkreter Ausgestaltung bedarf. Aus Sicht des BvDU sollten in ein Primärarztsystem grundversorgende Fachärzte eingebunden sein, alleine schon, um Hausärzte zu entlasten. „Ausnahmen für die Augenheilkunde und die Gynäkologie wurden bereits im Papier genannt, nun müssen weitere fachärztliche Gruppen folgen, die die Grundversorgung von Patientinnen und Patienten gewährleisten“, so Belusa. Man könnte aus funktionierenden Systemen in Baden-Württemberg lernen, wo Haus- und Fachärzte die Versorgung von Patienten auf Grundlage konkreter Verträge bestmöglich realisieren, schlägt der Verband vor. Um das Ziel der Prävention von Prostatakrebs zu erreichen, ist es nach BvDU-Auffassung notwendig, auch die Urologen als grundversorgende Fachärzte anzuerkennen. „Wenn Männern der direkte Weg zum Urologen genommen wird, wäre die Hürde, zur Vorsorge zu gehen, erneut höher mit der möglichen Folge zunehmender Erkrankungen“, gibt BvDU-Präsident Dr. Axel Belusa zu bedenken. Grundsätzlich begrüße der Berufsverband aber die Ansätze zu Patientensteuerung und Prävention. Die Politik habe hier Anregungen aus der Fachärzteschaft übernommen, freut sich der BvDU. Weiterhin begrüßt der Verband, dass die Hybrid-DRG weiter ausgebaut und das System der belegärztlichen Versorgung, wie vom BvDU gefordert, erhalten und verbessert werden sollen. Auch dass die Beiträge für Bürgergeldversicherte demnächst aus Steuermitteln finanziert werden sollen, stößt auf Zustimmung. „Der Berufsverband ist erleichtert, dass diese von ihm benannte Forderung den Weg ins Koalitionspapier gefunden hat und wird aufmerksam beobachten, dass die Umsetzung endlich erfolgt“, heißt es wörtlich in einer Mitteilung vom 01.04.2025. (BvDU/ms)
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