BVKJ, DGKJ und DGPI: Bildungseinrichtungen offenhalten

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Aufgrund der aktuell wieder stark steigenden Infektionszahlen macht die Kinder- und Jugendmedizin deutlich, wie ihrer Meinung nach sicherer Präsenzunterricht in Schulen und Kitas möglich sein kann.

Den Berufs- und Fachverbänden in der Kinder- und Jugendmedizin zufolge hat der Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz zur Quarantäne in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen eines gezeigt: Geschlossene Bildungseinrichtungen sind in der vierten Welle kein adäquates Mittel der Pandemiebekämpfung mehr. Dies sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, erklärten die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Berufsverband für Kinder- und Jugendmedizin (BVKJ) sowie die Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI) in einer gemeinsamen Stellungnahme. Die Zahl der Menschen, die in Quarantäne müssen, werde auf ein Minimum reduziert. Der Schaden werde so möglichst gering gehalten.

Die Ausweitung der Impf-Auskunftspflicht von Beschäftigten auf die Bereiche Kita und Schule, die der Bundestag am 7. September 2021 beschlossen hat, halten die Kinder- und Jugendmediziner ebenfalls für einen wichtigen Baustein in der Pandemiebekämpfung. “Pädagogisches Personal, das sich bewusst nicht impfen lassen will, sollte unserer Einschätzung nach stets eine Mund-Nasen-Bedeckung (in der Schule) tragen und regelmäßig getestet werden. Auch eine Pflichtberatung durch den betriebsärztlichen Dienst wäre für uns vorstellbar”, erklären die Verbände.

Bei mäßigem Infektionsgeschehen sei ihrer Einschätzung nach in Kitas und Grundschulen kein Mund-Nasen-Schutz erforderlich, wie auch aus den Empfehlungen der S3-Leitlinie „Schulen in Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie“ hervorgehe. Die Leitlinie werde aktuell überarbeitet und an die aktuelle Lage angepasst. Sie sei nach wie vor die zentrale Richtschnur, an die sich alle Akteure dringend halten sollten, empfehlen die Verbände. Die Basishygienemaßnahmen wie Händewaschen und Lüften müssten zudem konsequent umgesetzt werden.

“Als bestes Testverfahren sehen wir den Lolli-PCR-Pooltest an. Dieser sollte in jedem Bundesland Standard sein und primär anlassbezogen bei hohem Infektionsgeschehen und Ausbrüchen regelmäßig durchgeführt werden. Er ist deutlich aussagekräftiger als die Antigentests und in der Handhabung wesentlich angenehmer”, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Die Kinder- und Jugendmediziner appellieren erneut an bislang ungeimpfte Erwachsene, sich impfen zu lassen. “Wir wollen, dass sich so wenige Kinder wie möglich anstecken. Dies gelingt aber nur, wenn die Durchimpfung der Erwachsenen fast vollständig gelingt. Entscheidend ist aber vor allem, dass wir das Impfziel im Auge haben: Schutz vor Hospitalisierung, schwerer Erkrankung und Tod. Impfungen bei Kindern und Jugendlichen sind unserer Einschätzung nach nicht entscheidend zur Verhinderung von Infektionen bei nichtgeimpften Erwachsenen. Eine Impfung der Altersgruppe <12 Jahre ist zudem für uns außerhalb der derzeitigen Zulassung keine Option”, erklären die Verbände.

Den freien Zugang zu Gemeinschaftseinrichtungen (Regelbetrieb) und auch sonstigen Angeboten (Jugendarbeit, Sport, Schwimmkurse etc.) weiter einzuschränken, sei auf lange Sicht viel gravierender als das von SARS-CoV-2 ausgehende Risiko bei Kindern.

“Wir Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte appellieren daher auch jetzt wieder an alle Erwachsenen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Eine möglichst hohe Impfquote ist der wirksamste Schutz für die vulnerablen Personengruppen, die selbst nicht geimpft werden können. Dazu zählen Millionen Kinder unter zwölf Jahren. Bitte lassen Sie sich impfen!”