BVKJ fordert zügige Einführung eines Primärarztsystems und legt eigene Vorschläge vor

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Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) begrüßt die von der schwarz-roten Koalition geplante Einführung eines verbindlichen Primärarztsystems bei freier Arztwahl durch Haus- und Kinderärzte ausdrücklich. Der Verband spricht sich für eine zügige Umsetzung aus und hat hierzu einen Standpunkt veröffentlicht.

„Wir halten es für dringend erforderlich, ein Primärarztsystem einzuführen, um der zunehmenden Knappheit von personellen und finanziellen Ressourcen entgegen zu wirken. Ein Großteil der Behandlungsanlässe Minderjähriger kann abschließend in der kinder- und jugendärztlichen Versorgung erfolgen. Die Überweisung zur richtigen fachärztlichen Behandlung erfolgt bedarfsgerecht. Eine politische Umsetzung könnte zügig und unkompliziert über die bestehende Hausarztzentriete Versorgung erfolgen. In unserem BVKJ-Standpunkt stellen wir dar, wie die Primärarztversorgung aus pädiatrischer Sicht organisiert werden und welche Strukturreformen in der ambulanten Patientenversorgung mit ihr einhergehen sollten. So sollte etwa die Möglichkeit einer digital unterstützten Vorselektion vor der Terminvergabe genutzt und das Problem nicht wahrgenommener Termine (‚No-Shows‘) angegangen werden“, betont Dr. Michael Hubmann, Präsident des BVKJ.

Dr. Stefan Trapp, Vizepräsident des BVKJ, ergänzt: „Wenn Patientinnen und Patienten einen Mehrwert durch zusätzliche Angebote für sich erkennen und sich diese auch aus finanzieller Sicht lohnen, wird der Übergang zu einem Primärarztsystem schnell breite Akzeptanz finden. Dafür ist es aber auch notwendig, dass alle Krankenkassen ihren Patientinnen und Patienten ein pädiatrisches Hausarztmodul anbieten.“

„Wir müssen gleichzeitig sicherstellen, dass die strukturellen Voraussetzungen in der ambulanten Versorgung gestärkt werden. Die primärärztliche Versorgung, auch von Kindern, sollte eine größere Rolle im Medizinstudium spielen. Wir brauchen auch ausreichend Weiterbildungskapazitäten für pädiatrische Primärärztinnen und -ärzte. Hier muss die Bundesregierung den Koalitionsvertrag zügig umsetzen“, fügt BVKJ-Vizepräsidentin Dr. Anke Steuerer an.