BVSD fordert gesundheitspolitische Maßnahmen für die Schmerzmedizin2. Juni 2021 Bild: ©Zerbor – stock.adobe.com Zum Aktionstag gegen den Schmerz am 1. Juni fordert auch der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) gesundheitspolitische Maßnahmen für die Schmerzmedizin. „Jetzt ist es Zeit, die Schmerzmedizin zu stärken. Wir brauchen mutige GesundheitspolitikerInnen, die im Wahlkampf und in einem Koalitionsvertrag die Unter- und Fehlversorgung in der Schmerzmedizin klar benennen und konstruktive Lösungswege unterstützen, mit klaren gesundheitspolitischen Vorgaben an die verfasste Ärzteschaft und die Gesetzlichen Krankenkassen“, sagte Prof. Joachim Nadstawek, Vorsitzender des BVSD. Anlässlich des 10. bundesweiten Aktionstag gegen den Schmerz, der am 1. Juni gemeinsam mit Partnerorganisationen stattfand, fordert der BVSD neue multimodale, multiprofessionelle und interdisziplinäre Strukturen und den Ausbau der Telemedizin in der schmerzmedizinischen Versorgung. In Deutschland leben rund 3,9 Millionen PatientInnen mit schweren und hochproblematischen chronischen Schmerzen mit psychischen Beeinträchtigungen. Von diesen PatientInnen können heute in Deutschland nur etwa 380.000 PatientInnen von einem der 1321 ambulant tätigen SchmerztherapeutInnen im Quartal versorgt werden. Außerdem steht Deutschland vor einem akuten Nachwuchsproblem in der Schmerzmedizin: In fünf Jahren stehen 54 Prozent der heute tätigen SchmerzmedizinerInnen vor dem Ruhestand. Mit der Einführung einer spezialisierten ambulanten schmerzmedizinischen Versorgung (SASV), im Sinne einer multimodalen Komplexbehandlung im Team, könne die schmerzmedizinische Versorgung strukturell und nachhaltig deutlich verbessert werden, so Nadstawek. Im Mittelpunkt einer SASV stehe die koordinierte und abgestimmte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen: Multiprofessionell, intersektoral und im Team unter ärztlicher Leitung. „Mit der SASV kann ein abgestuftes schmerzmedizinisches Versorgungsangebot realisiert werden. Ausgehend von der Basisversorgung durch Haus- sowie FachärztInnen über die Versorgungebene nach der Qualitätssicherungsvereinbarung zur schmerztherapeutischen Versorgung chronisch schmerzkranker PatientInnen gemäß § 135 bis zur neu hinzukommenden ambulanten multimodalen Komplexbehandlung der SASV. Der voll- und teilstationäre Sektor sowie der Rehabereich vervollständigen die schmerzmedizinischen Versorgungsebenen. Wichtig ist, dass eine ambulante SASV nicht mit stationären und teilstationären Versorgungsangeboten konkurriert, sondern eine Ergänzung und Erweiterung darstellt“, erklärte der BVSD-Vorsitzende. Durch die SASV werde die Attraktivität des Arztberufes gestärkt, mehr ÄrztInnen würden sich in der Schmerzmedizin engagieren. Die SASV würde den Wünschen nach Teamarbeit, controllable working hours und nach interdisziplinärer und multiprofessioneller Zusammenarbeit gerecht, sagte Nadstawek. Mit dem neuen Konzeptansatz einer multimodalen Behandlung von PatientInnen mit chronischen Schmerzen für die ambulante Regelversorgung, könne eine Chronifizierung von Schmerzen verhindert sowie die Verbesserung der wohnortnahen Versorgung gelingen, so der BVSD.
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