BVSD fordert stärkeren Fokus auf den Nachwuchs in der Schmerzmedizin7. Juni 2022 BVSD-Vorsitzender Joachim Nadstawek. Foto: ©BVSD Anlässlich des heutigen bundesweiten Aktionstages gegen den Schmerz fordert der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) die politischen Entscheidungsträger auf, die Schmerzmedizin rechtssicher in die Bedarfsplanung aufzunehmen. „In fünf Jahren stehen 49 Prozent der heute tätigen Schmerzmedizinerinnen vor dem Ruhestand. Deutschland hat ein akutes Nachwuchsproblem in der Schmerzmedizin“, erklärte Prof. Joachim Nadstawek, Vorsitzender des BVSD. Die Unterversorgung der schmerzmedizinischen Versorgung sei evident, so Nadstawek. Zu wenige qualifizierte Schmerzmedizinerinnen und Schmerzmediziner stünden einer steigenden Anzahl von multimorbiden Patienten mit chronischen Schmerzen gegenüber. In Deutschland leben rund 3,9 Millionen Patienten mit schweren chronischen Schmerzen mit psychischen Beeinträchtigungen. Von diesen Patienten können heute in Deutschland nur etwa 400.000 Patienten von einem der 1329 ambulant tätigen Schmerztherapeutinnen und -therapeuten im Quartal versorgt werden. Neue interdisziplinäre Strukturen in der ambulanten schmerzmedizinischen Versorgung könnten die Attraktivität der Berufstätigkeit wesentlich erhöhen, erklärte Nadstawek. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Kassenärztliche Vereinigungen und der BVSD haben ein Konzept zur multimodalen Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung erarbeitet. Dies gelte es jetzt umzusetzen, forderte der BVSD.
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