Cabazitaxel bei mCRPC: Drastisch bessere Verträglichkeit mit reduziertem Dosisregime21. März 2024 Symbolbild: pix4U – stock.adobe.com Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Cabazitaxel-Chemotherapie bei metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs (mCRPC) mit einer niedrigeren Dosis alle zwei Wochen viel besser verträglich als das Standardregime – ohne Abstriche bei der relativen Dosisintensität. Bei vielen Patienten ab 65 Jahren mit mCRPC gilt eine Taxan-Chemotherapie als ungeeignet. Die aktuelle Studie CABASTY belegt nun, dass eine Änderung der Gabe von Cabazitaxel (CBZ) plus prophylaktischem Granulozytenkolonie-stimulierenden Faktor (G-CSF) – statt alle 3 Wochen alle 2 Wochen mit reduzierter Dosis (16 mg/m2 statt 25 mg/m2; CBZ16 vs. CBZ25) – das Auftreten einer Neutropenie Grad ≥3 und/oder neutropenischer Komplikationen signifikant um das 12-Fache reduziert, bei vergleichbaren klinischen Ergebnissen. In die randomisierte klinische Phase-III-Studie hatten Wissenschaftler um Prof. Stéphane Oudard vom Pariser Hôpital Européen Georges Pompidou in Frankreich (18 Zentren) und Deutschland (7 Zentren) 196 Patienten ab 65 Jahren mit progredientem CRPC aufgenommen (05.05.2017-07.01.2021). Die Patienten waren im Median 74,6 Jahre alt (IQR 70,4–79,3). Bei 181 Patienten (92,3%) lag der Performance-Status nach Eastern Cooperative Oncology Group bei 0 oder 1. Alle Patienten hatten Docetaxel und ≥1 neuartigen, auf den Androgenrezeptor abzielenden Wirkstoff erhalten. Sie wurden 1:1 für CBZ16 plus G-CSF alle 2 Wochen (2W; n=99) und tägliches Prednisolon oder CBZ25 plus G-CSF alle 3 Wochen (3W; n=97) und tägliches Prednisolon randomisiert. Die mediane Nachbeobachtung betrug 31,3 Monate (IQR 22,5–37,5). Die relativen Dosisintensitäten waren zwischen den Gruppen vergleichbar (Median 92,7% [IQR 83,7–98,9] in der 3W-CBZ25-Gruppe vs. 92,8% [IQR 87,0–98,9] in der 2W-CBZ16-Gruppe). Die Rate an Neutropenien Grad ≥3 und/oder neutropenischen Komplikationen war in der 3W-CBZ25-Gruppe signifikant höher als in der 2W-Gruppe (60/96 [62,5%] vs. 5/98 [5,1%]; OR 0,03; 95%-KI 0,01–0,08; P<0,001). Nebenwirkungen von Grad ≥3 traten bei der 3W-CBZ25-Therapie (70/96 [72,9%]) häufiger auf als bei der 2W-CBZ16-Therapie (55/98 [56,1%]). Ein Patient aus der 3W-CBZ25-Gruppe verstarb an einer neutropenischen Komplikation. Die Studie wird von einem Kommentar begleitet (doi.org/10.1001/jamaoncol.2023.4172). (sf/ms)
Mehr erfahren zu: "Widerspruchsregelung als „Gelingensbedingung“ für mehr Organspenden" Widerspruchsregelung als „Gelingensbedingung“ für mehr Organspenden Die Bundesärztekammer hat anlässlich einer Anhörung des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestages ihre Unterstützung für den vorliegenden Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung bei der Organspende bekräftigt.
Mehr erfahren zu: "Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel" Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel Acht Verbände setzen ein Zeichen gegen Machtmissbrauch im Krankenhaus: Ein gemeinsames Leitbild für Respekt, Sicherheit und Gleichbehandlung soll Ausgangspunkt eines nachhaltigen Kulturwandels sein.
Mehr erfahren zu: "Ambulante OP-Zentren: „Auf die Politik vertraut – jetzt droht die Pleite“" Ambulante OP-Zentren: „Auf die Politik vertraut – jetzt droht die Pleite“ Mit Blick auf ambulante OP-Zentren warnt der SpiFa vor einer Pleitewelle im nächsten Jahr. Eine Kopflose Sparpolitik drehe die dringend notwendige Reform zurück, so Dr. Helmut Weinhart, stellvertretender SpiFa-Vorstandsvorsitzender.