Cannabiskonsumenten haben höheres Risiko für schlechte psychische Gesundheit12. Oktober 2021 Foto: ©guruXOX – stock.adobe.com Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Cannabiskonsumenten ein wesentlich höheres Risiko haben, psychische Probleme wie Angstzustände oder Depressionen sowie schwere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Während die Zusammenhänge zwischen Cannabiskonsum und schweren psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie und Psychosen gut erforscht sind, sind die Zusammenhänge zwischen dem Cannabiskonsum, wie er in Patientenakten beschrieben wird, und anderen, häufigeren psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen weniger klar. In einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift “Psychological Medicine” veröffentlicht wurde, fanden Forschende des Institute for Mental Health der Universität Birmingham und des Institute of Applied Health Research in einer großen Kohorte einen starken Zusammenhang zwischen dem beim Hausarzt erfassten Cannabiskonsum und psychischen Erkrankungen. Die Hauptautorin Dr. Clara Humpston sagte: “Cannabis wird oft als eine der ‘sichereren’ Drogen angesehen und hat sich auch in der medizinischen Therapie als vielversprechend erwiesen, was zu Forderungen nach seiner weltweiten Legalisierung geführt hat. Obwohl wir keinen direkten Kausalzusammenhang herstellen können, legen unsere Ergebnisse nahe, dass wir weiterhin Vorsicht walten lassen sollten, da die Vorstellung, Cannabis sei eine sichere Droge, durchaus falsch sein könnte.” Anhand von Primärversorgungsdaten aus der IQVIA Medical Research Database (IMRD-UK) fanden die Forscher heraus, dass Patienten nach dem ersten erfassten Cannabiskonsum mit dreimal höherer Wahrscheinlichkeit allgemeine psychische Probleme wie Depressionen und Angstzustände entwickelten. Darüber hinaus war die Wahrscheinlichkeit, dass sie schwere psychische Erkrankungen wie Psychosen oder Schizophrenie entwickelten, fast siebenmal höher. Der Datensatz umfasste Aufzeichnungen aus 787 Hausarztpraxen im Vereinigten Königreich, die über einen Zeitraum von 23 Jahren zwischen 1995 und 2018 gesammelt wurden. Die Forscher konnten Daten von 28.218 Patienten einbeziehen, bei denen eine Exposition gegenüber Cannabis festgestellt wurde. Diese wurden mit 56.208 Patienten abgeglichen, die kein Cannabis konsumiert hatten, und auf Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit, Raucherstatus und andere relevante Merkmale kontrolliert. Bei den Cannabiskonsumenten war auch der Anteil derer, die in der Vergangenheit andere Drogen wie Heroin, Kokain und Amphetamine konsumiert hatten, wesentlich höher. In künftige Forschungsarbeiten wollen sich die Wissenschaftler mit dem Ausmaß des Cannabiskonsums oder der Stärke der Inhaltsstoffe befassen. Originalpublikation: Keerthy et al. The associations between primary care recorded cannabis use and mental ill health in the UK: A population-based retrospective cohort study using UK primary care data. Psychol Med 2021 Oct 1;1-10.
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