Cardiac Arrest Center: Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen zertifiziert4. Februar 2020 Cardiac Arrest Team im Herzkatheterlabor (v.l.): Michaela Walter (Kardiotechnikerin), Dr. Dieter Zenker (Bereichsleiter Rhythmuschirurgie), Dr. Ruben Evertz (Facharzt Klinik für Kardiologie und Pneumologie), Prof. Dr. Claudius Jacobshagen, (Ltd. Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Pneumologie), Ina Hey (Gesundheits- und Krankenpflegerin) und Tobias Dohle (Gesundheits- und Krankenpfleger). Foto: umg/hzg/Szikszay Das Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erhält vom Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) die Auszeichnung „Cardiac Arrest Center“. Es zählt damit zu den 19 Zentren in Deutschland, die auf die Weiterbehandlung wiederbelebter Patienten spezialisiert sind. „Jahr für Jahr werden deutschlandweit rund 75.000 Wiederbelebungsversuche vor Ort durchgeführt. Dabei gelingt es Rettungskräften in rund 40 Prozent der Fälle, den Spontankreislauf wiederherzustellen. Dieser ist bei nahezu zwei Drittel aller Herz-Kreislauf-Stillstände infolge einer akuten koronaren Herzerkrankung zum Erliegen gekommen“, sagt PD Dr. Markus Roessler, Leiter der Notfallmedizin der Klinik für Anästhesiologie der UMG. Doch selbst wenn die Wiederbelebungsmaßnahmen erfolgreich waren, befinden sich Betroffene weiterhin in einem kritischen Zustand. Es drohen Komplikationen, die den ohnehin extrem geschwächten Organismus belasten. Diese können selbst dann noch zum Tod führen, wenn die Herz-Kreislauf-Funktion wieder stabilisiert ist. PD Dr. Markus Roessler. Foto: umg/hzg/Szikszay In den aktuellen internationalen Leitlinien zur Reanimation wird gefordert, erfolgreich reanimierte Patienten in spezialisierten Krankenhäusern weiter zu behandeln – in sogenannten „Cardiac Arrest Centern“. Unter dem Schirm des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) hat eine Arbeitsgruppe aus Anästhesiologen, Kardiologen und Intensivmedizinern Anforderungen für Cardiac Arrest Center erstellt. Im November 2019 hat das Herzzentrum Göttingen das Zertifizierungsverfahren zum Cardiac Arrest Center erfolgreich durchlaufen. „Neben der Ausstattung mit modernster Medizintechnik und der notwendigen Infrastruktur zur Akutversorgung wurde auch die kontinuierliche Verfügbarkeit von Spezialisten mehrerer Fachbereiche überprüft. Konkret ist unter anderem zu gewährleisten, dass nach Alarmierung durch den Rettungsdienst ein interdisziplinäres Spezialistenteam, das sogenannte Cardiac Arrest Team, im Katheterlabor bereit steht“, sagt Prof. Claudius Jacobshagen, Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG, der den Zertifizierungsprozess federführend begleitete. Bereits beim Eintreffen des Patienten sind alle Fachkräfte und Geräte einsatzbereit, sodass umgehend lebenserhaltende Maßnahmen durchgeführt werden können – und dies an 365 Tagen pro Jahr rund um die Uhr. „Bei der Begehung vor Ort zeigten sich die Gutachter für das Cardiac Arrest Center Göttingen überaus beeindruckt und lobten die hervorragenden Versorgungsqualität im Herzzentrum Göttingen. So stießen die Struktur, die Organisation, die vorhandene Fachkompetenz und Logistik durchweg auf hervorragende Resonanz – ebenso wie die Gewährleistung optimaler Zusammenarbeit und reibungsloser Prozesse“, sagt Prof. Gerd Hasenfuß, Direktor der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG und Vorssitzender des Herzzentrums Göttingen.
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