CAROL: Neues Nachsorgeprogramm nach Herz-Kreislauf-Stillstand startet

KI-generiertes Symbolbild: ©Background/stock.adobe.com

Menschen, die einen außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand überleben, stehen häufig vor großen gesundheitlichen und psychosozialen Herausforderungen. Mit dem neuen Versorgungsprojekt „CAROL. Cardialer Arrest – Rückkehr zum optimalen Leben“ soll die Nachsorge dieser Patienten künftig strukturiert und bedarfsgerecht verbessert werden.

Das Projekt CAROL steht unter der Konsortialführung des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) fördert CAROL mit rund 5,9 Millionen Euro. Die neue Versorgungsform wird laut UKSH an 15 spezialisierten Zentren in Deutschland umgesetzt.

Gezielte Nachsorge für mehr Lebensqualität nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand

Viele Betroffene müssen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mit körperlichen Einschränkungen, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen oder psychischen Belastungen umgehen. Sie können den Alltag noch lange beeinflussen. Auch Angehörige stehen häufig vor neuen Herausforderungen. Bislang fehlt jedoch vielfach eine strukturierte Nachsorge, die die unterschiedlichen Unterstützungsbedarfe systematisch aufgreift.

Hier setzt CAROL an: Patientinnen und Patienten erhalten eine feste Ansprechperson, die die Nachsorge koordiniert und dabei unterstützt, individuelle Bedarfe frühzeitig zu erkennen (wir berichteten). „CAROL schließt eine Versorgungslücke in Deutschland. Mit einem wissenschaftlich fundierten, interdisziplinären und patientenzentrierten Ansatz wollen wir die Nachsorge nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand nachhaltig verbessern und Betroffene sowie ihre Angehörigen gezielt unterstützen“, sagt Prof. Jan-Thorsten Gräsner, Projektleiter und Direktor des IRuN.

Wissenschaftliche Evaluation soll Überführung in Regelversorgung ermöglichen

Zum Konsortium gehören das Zentrum für plötzlichen Herztod und Kardiogenetik der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Kerckhoff-Klinik GmbH, die LiKe Healthcare Research GmbH sowie das IT-Unternehmen Visionet GmbH. Von Kassenseite sind die BARMER und die Techniker Krankenkasse involviert. Unterstützt wird CAROL darüber hinaus von Ministerien, Verbänden und Fachgesellschaften. Nach einer sechsmonatigen Vorbereitungsphase soll die neue Versorgungsform ab Mai 2027 an den 15 beteiligten Cardiac Arrest Centern eingeführt werden. Die teilnehmenden Patientinnen und Patienten werden anschließend über zwölf Monate begleitet.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die wissenschaftliche Evaluation. Untersucht wird unter anderem, wie sich die strukturierte Nachsorge auf die Lebensqualität der Betroffenen und die psychische Belastung von Angehörigen auswirkt. Die Ergebnisse sollen zeigen, welchen Mehrwert das Versorgungskonzept bietet und unter welchen Voraussetzungen eine Überführung in die Regelversorgung möglich ist.