CED: Einfluss verschiedener Antibiotikaklassen beachten21. Januar 2025 © fizkes – stock.adobe.com (Symbolbild) Patienten mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zeigen oftmals einen schubförmig-remittierenden Krankheitsverlauf. Zu den Umweltfaktoren, die das Krankheitsgeschehen verschlimmern können, zählen neben nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten auch gängige Arzneimittel, deren Wirkung noch nicht im Detail untersucht wurde. Dänische Forschende überprüften daher nun in einer aktuellen Studie den möglichen Einfluss verschiedener Antibiotika-Klassen auf den Krankheitsverlauf bei CED. Dänische CED-Patienten wurden dafür aus dem nationalen Patientenregister anhand von 2 verschachtelten Fall-Kontroll-Kohorten untersucht, um Korrelationen zwischen Antibiotika-Typen und CED-Schüben (definiert als CED-bedingte Krankenhausaufenthalte und/oder hochdosierte systemische Steroideinnahme) zu ermitteln. Mittels multivariater logistischer Regression und Maschineller Lernmethoden (eXtreme Gradient Boosted Decision Tree [GBDT]) wurden die Risiken bewertet. So zeigte sich, dass bestimmte Antibiotika signifikant mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von CED-Schüben assoziiert sind. Diese Korrelation wurde auch mit den GBDT-Modellen für Maschinelles Lernen bestätigt. Die Forscher analysierten 2 Kohorten mit 15.636 bzw. 5178 Patienten bzgl. des Risikos einer Krankenhauseinweisung bzw. einer Steroidbehandlung. Die Gefahr eines Krankheitsschubs war signifikant erhöht bei vorheriger Exposition mit Chinolonen (OR 3,04–3,82), Antimykotika (OR 1,50–2,30), Präparaten gegen Amöbiasis und Protozoeninfektionen (OR 1,95–3,18), intestinale Antiinfektiva (OR 2,09–2,32) und β-Laktam-Antibiotika (OR 1,36). Die GBDT-Modelle erreichten AUROC-Werte von 0,71–0,85 für die Vorhersage von Krankheitsschüben, wobei die analysierten Antibiotika zu den 10 wichtigsten Variablen gehörten. Fazit Die Studienautoren verweisen auf das schädliche Potenzial bestimmter Antibiotika-Gruppen bei CED-Patienten und raten dazu, diese Mittel nur sehr restriktiv einzusetzen oder alternative Antibiotika-Klassen zu bevorzugen. (je) Autoren: Lo B et al. Korrespondenz: Bobby Lo; [email protected] Studie: Specific Antibiotics Increase the Risk of Flare-Ups in Patients with Inflammatory Bowel Disease: Results from a Danish Nationwide Population-Based Nested Case-Control Study Quelle: J Crohns Colitis 2024;18(8):1232–1240. Web: https://doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjae027
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