CED: Enge Assoziation zwischen Entzündungsschüben und depressiven Symptomen14. September 2022 © Rido – stock.adobe.com (Symbolbild) Patienten mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) haben ein hohes Risiko für Depressionen, die ihrerseits den Krankheitsverlauf der CED stark beeinflussen. Schweizer Wissenschaftler untersuchten nun mögliche bestehende Zusammenhänge zwischen Depressionen, genetischen Risikofaktoren für Depressionen und CED-Krankheitsschüben. Bei 1973 Patienten (1137 Morbus Crohn; 836 Colitis ulcerosa) der Schweizerischen CED-Kohortenstudie (SIBDCS) wurde der Depressions-Status (anhand der Hospital Anxiety and Depression Subscale for Depression [HADS-D] ≥11) jährlich erhoben. Die Forscher ermittelten den Einfluss von Depressionen auf CED-relevante klinische Ergebnisse. Als klinische Endpunkte wurden eine aktive Erkrankung (Crohn’s Disease Activity Index [CDAI] ≥150 oder Modified Truelove Witts Activity Index [MTWAI] ≥10) sowie 2 Scores für CED-Schübe verwendet: der FNCE (vom Arzt angegebener Krankheitsschub, Nichtansprechen auf eine Therapie, neue Komplikation oder extraintestinale Manifestation) und der AFFSST (aktive Erkrankung, vom Arzt angegebener Krankheitsschub, Fistel, Stenose und neue systemische Therapie). Zusätzlich wurden 62 Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNP) auf Assoziationen mit Depressionen untersucht und ihr Vorhersagewert für zukünftige Depressionen und klinische Verschlechterungen bewertet. Es zeigte sich, dass das Auftreten von Depressionen einen starken Risikofaktor für die krankheitsbezogenen Endpunkte, einschließlich aktiver Krankheitsphasen, darstellt (adjustierte Hazard Ratio [aHR] 3,55; p<0,001), AFFSST: aHR 1,62; p<0,001) und FNCE: aHR 1,35; p=0,019). Zu Studienbeginn war der SNP rs2522833 signifikant mit Depressionen assoziiert (q-Wert=0,059). Das TC-Allel von rs588765 korrelierte negativ mit dem Vorhandensein von Depressionen zu Beginn und bei der Aufnahme in die Studie (q-Wert=0,050) und nach der Aufnahme (aHR 0,67; p=0,035) sowie mit weniger aktiven Krankheitszuständen (aHR 0,72; p=0,045) während der Nachbeobachtung. Fazit Laut Aussage der Studienautoren stehen bei CED depressive Symptome und die Entzündungsaktivität in einem engen Zusammenhang. Depressionen sind außerdem ein starker Prädiktor für eine klinische Verschlechterung der CED, wobei genetische Marker eine zusätzliche Rolle spielen könnten. (je) Autoren: Jordi SBU et al. Korrespondenz: Stefan Begré; [email protected] Studie: Depressive Symptoms Predict Clinical Recurrence of Inflammatory Bowel Disease Quelle: Inflamm Bowel Dis 2022;28(4):560–571. Web: https://doi.org/10.1093/ibd/izab136
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