CED: Frühkindliche Rauchexposition erhöht Erkrankungsrisiko deutlich28. Oktober 2024 © New Africa – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer prospektiven Kohortenstudie untersuchten Forschende aus Schweden und Norwegen, ob ein Zusammenhang zwischen frühkindlicher Rauchexposition und dem späteren Risiko einer Chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) besteht. Die Forschenden verfolgten für ihre Auswertungen 115.663 Teilnehmer der norwegischen Mutter-Vater-Kind-Kohorten (MoBa) und der schwedischen All-Babies-in-Southeast(ABIS)-Kohorte von der Geburt (in den Jahren 1997–2009) bis einschließlich 2021. Eine CED-Erkrankung identifizierten Forscher anhand nationaler Patientenregister. Validierte Fragebogendaten definierten das mütterliche Rauchen während der Schwangerschaft, die mütterliche Belastung durch Passivrauchen („environmental tabacco smoke“, ETS) während der Schwangerschaft und die ETS-Belastung des Kindes im Alter von 12 und 36 Monaten. Die Wissenschaftler schätzten die adjustierten HR (aHR) für das Geschlecht, Alter der Mutter, Bildungsniveau, eine elterliche CED und die Herkunft. Während der Nachbeobachtungszeit von 1.987.430 Personenjahren entwickelten 444 Teilnehmer eine CED (ABIS 112; MoBa 332). Das Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft führte zu einer aHR von 1,30 (95%-KI 0,97–1,74) für CED bei den Nachkommen. Ein höheres Maß an mütterlichem Rauchen während der Schwangerschaft (vs. Nichtrauchen durchschnittlich ≥6 Zigaretten/Tag) ergab eine aHR von 1,60 (95%-KI 1,08–2,38) und war mit der Entwicklung einer CED bei den Kindern assoziiert, ein geringeres Maß an Rauchen aber nicht (durchschnittlich 1–5 Zigaretten/Tag: aHR 1,09; 95%-KI 0,73–1,64). Eine ETS-Exposition des Kindes im 1. Lebensjahr korrelierte mit einer späteren CED (jegliche ETS-Exposition vs. keine ETS-Exposition: aHR 1,32; 95%-KI 1,03–1,69). Die für die ETS-Exposition von Kindern im Alter von 36 Monaten beobachteten Schätzwerte waren ähnlich, aber nicht signifikant. Fazit In der prospektiven skandinavischen Kohortenstudie zeigten Kinder, die während der Schwangerschaft einer höheren mütterlichen Rauchbelastung oder während des 1. Lebensjahres Passivrauchen ausgesetzt waren, ein signifikant erhöhtes Risiko für eine spätere CED. (je) Autoren: Sigvardsson I et al. Korrespondenz: Ida Sigvardsson; [email protected] Studie: Tobacco Smoke Exposure in Early Childhood and Later Risk of Inflammatory Bowel Disease: A Scandinavian Birth Cohort Study Quelle: J Crohns Colitis 2024;18(5):661–670. Web: https://doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjae020
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