CED: Westliche Nahrungsgewohnheiten können Schübe auslösen17. Januar 2022 © Viacheslav Lakobchuk – stock.adobe.com (Symbolbild) Ernährungsgewohnheiten werden mit dem Ausbruch von Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) in Verbindung gebracht. Etwa 50% aller CED-Patienten glauben, dass die Ernährung zu Krankheitsschüben beitragen kann. Dennoch ist die Studienlage zu diesem Thema spärlich und die Arbeiten konzentrieren sich lediglich auf bestimmte Nährstoffe, Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen. Das Ziel niederländischer Forscher war es daher nun, eine Assoziation zwischen Ernährungsgewohnheiten und dem Auftreten von Schüben in 2 geografisch unterschiedlich verorteten niederländischen Kohorten zu analysieren. Es wurden 724 CED-Patienten (Nord-Kohorte: n=486; Süd-Kohorte: n=238) aufgenommen und 2 Jahre lang beobachtet. Mithilfe von Fragebögen wurde zu Beginn der Studie die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme erfasst. Eine Hauptkomponentenanalyse (PCA) wurde anhand von 22 Lebensmittelgruppen durchgeführt, um Ernährungsmuster zu ermitteln. Das Auftreten von Krankheitsschüben wurde bei insgesamt 427 Patienten, die sich zu Beginn der Studie in Remission befanden, mittels eines multivariablen Hazard-Modells analysiert. Im Vergleich zur südniederländischen Kohorte waren die Patienten der nordniederländischen Kohorte bei der Diagnose jünger, umfassten mehr Frauen und hatten eine niedrigere Gesamtenergiezufuhr (p<0,05 für alle). Die PCA ergab 3 Ernährungsmuster, die 28,8% der Gesamtvarianz erklärten. Das mit 11,6% am stärksten ausgeprägte Muster war durch die Aufnahme von Getreideprodukten, Ölen, Kartoffeln, verarbeitetem Fleisch, rotem Fleisch, Gewürzen und Soßen sowie Zucker, Kuchen und Süßwaren gekennzeichnet. Dieses Muster war mit dem Auftreten von Krankheitsschüben assoziiert (HR 1,51; 95%-KI 1,04–2,18; p=0,029). So entwickelten von den 427 Patienten mit einem Schub 106 (24,8%) eine Exazerbation während des Follow-ups. Zudem wurde eine Assoziation mit dem weiblichen Geschlecht nachgewiesen (HR 1,63; 95%-KI 1,04–2,55; p=0,032). Fazit Die Autoren resümieren, dass gerade das Ernährungsmuster, das als traditionelles (niederländisches) oder westliches Muster bezeichnet werden könnte, mit dem Auftreten von Schüben verbunden ist. Eine Bestätigung in prospektiven Studien sei daher nun erforderlich. (je) Autoren: Peters V et al. Korrespondenz: Vera Peters; [email protected] Studie: Dietary Intake Pattern is Associated with Occurrence of Flares in IBD Patients Quelle: J Crohns Colitis 2021;15(8):1305–1315. Web: https://doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjab008
Mehr erfahren zu: "Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen" Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen Auch bei medizinischen Eingriffen kommen Pannen vor – und die Folgen können gravierend sein. Besonderes Augenmerk liegt auf Fehlern, die eigentlich nicht vorkommen sollten. Die Dunkelziffer ist hoch.
Mehr erfahren zu: "Blutdrucktherapie bei Hochbetagten neu denken: „Manchmal ist weniger tatsächlich mehr“" Blutdrucktherapie bei Hochbetagten neu denken: „Manchmal ist weniger tatsächlich mehr“ Muss Bluthochdruck auch bei hochbetagten, gebrechlichen Menschen konsequent behandelt werden – oder kann gerade im hohen Alter eine Reduktion der Medikamente der bessere Weg sein? Prof. Athanase Benetos liefert auf […]
Mehr erfahren zu: "Asthma-Studie: Birken- und Gräserpollen erhöhen die Belastung in Bayern" Asthma-Studie: Birken- und Gräserpollen erhöhen die Belastung in Bayern Zwar ist seit Langem bekannt, dass Pollen Asthmabeschwerden auslösen oder verstärken können. Bislang waren die Forschungsergebnisse jedoch uneinheitlich. Insbesondere war oft nicht klar, welche Pollenarten besonders stark zur Asthmabelastung beitragen.