Chemo- und Strahlentherapie bei lokal fortgeschrittenem Kopf-Hals-Tumor26. November 2021 Foto: contrastwerkstatt – stock.adobe.com Wie eine aktuelle Netzwerk-Metaanalyse zeigen konnte, geht eine Intensivierung der Radiochemotherapie bei Kopf-Hals-Tumoren mit einem längerem Gesamtüberleben einher. Randomisierte, kontrollierte Studien (RCTs) und Metaanalysen haben den Gesamtüberlebens-Vorteil einer gleichzeitigen Radiochemotherapie oder hyperfraktionierten Strahlentherapie bei der Behandlung lokal fortgeschrittener Kopf-Hals-Tumoren gezeigt. Da die relative Wirksamkeit dieser Behandlungen unbekannt ist, untersuchten Dr. Claire Petit von der Université Paris-Saclay in Villejuif, Frankreich, und ihre Kollegen in einer Netzwerk- Metaanalyse, ob eine Behandlung der anderen überlegen ist. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine weitere Intensivierung der Radiochemotherapie – mit hyperfraktionierter Strahlentherapie mit gleichzeitiger Chemotherapie (HFCRT) oder einer Induktionschemotherapie mit Taxan, Cisplatin und Fluoruracil gefolgt lokoregionärer Therapie mit zeitgleicher Chemoradiotherapie (ICTaxPFCLRT) – die Ergebnisse versus Radiochemotherapie verbessern könnte. Die Autoren hatten eine Frequentist-Netzwerk-Metaanalyse durchgeführt, basierend auf Daten individueller Patienten aus Metaanalysen. Eingeschlossen waren RCTs, an denen Patienten mit nicht metastasiertem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich teilgenommen hatten (01.01.1980–31.12.2016.) Zum Einsatz kamen ein 2-stufiger Random-Effects-Ansatz und der Log-Rank-Test, stratifiziert nach Studie, um Behandlungen zu vergleichen. Dabei diente die lokoregionäre Therapie als Referenz diente, mit dem Gesamtüberleben als primärem Endpunkt. Die globale Cochran-Q-Statistik wurde verwendet, um Homogenität sowie Konsistenz zu bewerten, und der P-Score, um Behandlungen einzustufen (höhere Werte weisen auf wirksamere Therapien hin). Insgesamt 115 RCTs, an denen Patienten zwischen dem 01.01.1980 und dem 30.04.2012 teilgenommen hatten, ergaben 154 Vergleiche (28.978 Patienten mit 19.253 Todesfällen und 20.579 Progressionsereignissen). Die Behandlungen wurden in 16 Modalitäten gruppiert, für die 35 Arten von direkten Vergleichen zur Verfügung standen. Die mediane Nachbeobachtung aller Studien betrug 6,6 Jahre (IQR 5,0–9,4). Eine HFCRT stuften die Wissenschaftler als beste Behandlung bezügliche des Gesamtüberlebens ein (P-Score 97 %; HR vs. lokoregionäre Therapie 0,63; 95 %-KI 0,51–0,77). Die HR der HFCRT versus lokoregionäre Therapie mit gleichzeitiger Radiochemotherapie mit platinbasierter Chemotherapie (CLRTP) betrug 0,82 (95 %-KI 0,66–1,01) für das Gesamtüberleben. Die Überlegenheit der HFCRT war gegenüber Sensitivitätsanalysen robust. Drei andere Behandlungsmodalitäten hatten einen besseren P-Score, aber keine signifikant bessere HR für das Gesamtüberleben als die CLRTP (P-Score 78%): ICTaxPF gefolgt von lokoregionärer Therapie (ICTaxPF-LRT; 89 %), beschleunigte Strahlentherapie mit begleitender Chemotherapie (82 %) und ICTaxPF gefolgt von einer CLRT (80 %). (sf) Originalpublikation: Petit C et al. Chemotherapy and radiotherapy in locally advanced head and neck cancer: an individual patient data network meta-analysis. Lancet Oncol 2021;22(5): 727–736.
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