Chirurgischer Erfolg nach partieller Nephrektomie: Tumordurchmesser aussagekräftiger als Nephrometrie-Scores

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In einer neuen US-Studie übertrifft die Tumorgröße als einfaches und objektives Maß die Aussagekraft von Nephrometrie-Scores in Bezug auf das Ergebnis einer roboterassistierten partiellen Nephrektomie (RAPN) sowie das Risiko für akute Nierenfunktionseinschränkungen (AKI) und das Fortschreiten einer Nierenerkrankung.

In einer retrospektiven Untersuchung der Cleveland Clinic in Ohio (USA) stellten Erstautor Nicolas A. Soputro und Kollegen die Tumorgröße den gängigen Nephrometrie-Scores gegenüber: R.E.N.A.L. (Radius, Exophytisch/Endophytisch, Nähe zum Sammelsystem oder Sinus, Anterior/Posterior, Lage), PADUA (Präoperative Aspekte und Dimensionen, die für eine anatomische Beurteilung verwendet werden) und SPARE (Simplified PADUA R.E.N.A.L.). Die Arbeit wurde in der Fachzeitschrift „British Journal of Urology International“ veröffentlicht.

Trifecta und Pentafecta im Fokus

Soputro und Kollegen nutzten eine prospektiv geführte Datenbank, um alle Fälle von primären, nicht metastasierten Nierentumoren zu identifizieren, die zwischen 2011 und 2024 per RAPN behandelt wurden. Ein Urologe begutachtete alle präoperativen radiologischen Bilder und charakterisierte alle Tumoren anhand der Nephrometrie-Scores.

Ein Trifecta-Ergebnis definierten die Mediziner als Fälle mit einer warmen Ischämiezeit unter 25 Minuten, negativem Resektionsrand und dem Ausbleiben von Komplikationen. Die Pentafecta-Kriterien umfassten die Trifecta-Ergebnisse sowie zusätzlich den Erhalt der Nierenfunktion über 90 Prozent und das Ausbleiben einer Nierenerkrankungsprogression nach zwölf Monaten. Die Wissenschaftler führten logistische Regressionsanalysen und Analysen von Grenzwertoptimierungskurven durch, um die Vorhersagekraft der Tumorgröße und jedes einzelnen Nephrometrie-Scores zu bestimmen.

Basierend auf 1787 Patienten wurden bei 52,7 bzw. 22,2 Prozent der Patienten die Trifecta- bzw. Pentafecta-Kriterien erreicht. Alle drei Nephrometrie-Scores erwiesen sich als signifikante Prädiktoren für Trifecta, Pentafecta und postoperative AKI, wobei alle eine vergleichbare, jedoch begrenzte Vorhersagekraft aufwiesen. Der Tumordurchmesser erwies sich als besserer Prädiktor für das Erreichen von Trifecta und Pentafecta sowie für das Risiko einer AKI als die Nephrometrie-Scores. Keiner der Scores wurde als Prädiktor für das Fortschreiten einer Nierenerkrankung nach zwölf Monaten identifiziert.

Weitere Forschung notwendig

Die Forscher betonen, dass zukünftige Studien notwendig seien, um den breiteren klinischen Nutzen von Nephrometrie-Scores bei der Vorhersage chirurgischer und funktioneller Ergebnisse neu zu bewerten, zusätzlich zu ihrem ursprünglichen Zweck als standardisierte Instrumente zur anatomischen Charakterisierung von Nierentumoren.

(ri/ms)

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