Christian Geis übernimmt Schilling-Professor am UKJ12. Juni 2019 Christian Geis ist Schilling-Professor für Neurologie und Translationale Neurowissenschaften am UKJ. (Foto: UKJ) Die Hermann und Lilly Schilling-Stiftung fördert die Einrichtung einer Forschungsgruppe für translationale Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Die Gruppe widmet sich der Erforschung immunvermittelter Erkrankungen des Nervensystems. Auf die mit der Leitung der Gruppe verbundene Schilling-Professur wurde Prof. Christian Geis berufen. Die Schaltstellen zwischen den Nervenzellen, die Synapsen, machen unser Nervensystem zum universellen Zentralrechner. Entsprechend fatal können sich Krankheitsprozesse auswirken, die die Bildung oder Funktion von Synapsen beeinträchtigen. Eine Vielzahl neurologischer und auch psychiatrischer Erkrankungen gehört dazu. „Unser Augenmerk liegt auf den Synaptopathien, die durch Entzündungsprozesse verursacht werden“, erklärt Prof. Christian Geis, der jetzt zum Professor für Neurologie und Translationale Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Jena ernannt wurde. Die Hermann und Lilly Schilling-Stiftung fördert die Professur und die zugehörige Arbeitsgruppe mit insgesamt drei Millionen Euro in den kommenden acht Jahren. Ein Forschungsschwerpunkt von Geis sind autoimmun-bedingte Gehirnentzündungen, die sich u.a. mit psychotischen Symptomen, Epilepsie und Gedächtnisstörungen manifestieren können und bei denen sich das Immunsystem gezielt gegen bestimmte Neurotransmitter-Rezeptoren an den Synapsen wendet. Zur Untersuchung der Rezeptorfunktionen setzt er dabei auch modernste Bildgebungs- und Messmethoden ein, wie höchstauflösende Fluoreszenzmikroskopie und elektrophysiologische Techniken. Zu entzündungsbedingten Schädigungen an Synapsen kommt es auch bei systemischen Erkrankungen wie einer Sepsis und bei Alterungs- und degenerativen Prozessen. Die Schilling-Forschungsgruppe wird im Labor die jeweiligen grundlegenden Mechanismen der synaptischen Störung analysieren. Überregionales Zentrum für Neuroimmunologie Die Ergebnisse sollen dann unmittelbar in die Entwicklung neuer Therapiestrategien und in klinische Studien münden. Dafür wird die Forschungsgruppe vom UKJ um Studien- und ärztliche Mitarbeiter ergänzt, sodass sie als neu gegründete Sektion für Translationale Neuroimmunologie in der Klinik für Neurologie in die Patientenversorgung eingebunden ist. Dazu wird eine tägliche Spezialambulanz für neuroimmunologische Erkrankungen eingerichtet. „Die Sektion ist einzigartig in Deutschland. Sie passt bestens in das wissenschaftliche Profil des Universitätsklinikums und soll für Thüringen und darüber hinaus ein überregionales Zentrum für Neuroimmunologie etablieren“, betont Prof. Otto W. Witte, Direktor der Klinik für Neurologie. „Immunvermittelte synaptische Übertragungsstörungen im Gehirn sind neue und zunehmend relevante Erkrankungen. Mit der Förderung dieser Translationalen Forschungsgruppe durch die Schilling-Stiftung haben wir exzellente Möglichkeiten, diese Erkrankungen von Grund auf besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln“, sagte Geis.
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