Chronische Instabilität des oberen Sprunggelenkes – Objektives Testverfahren für Jedermann?12. Juni 2023 Foto: caluian – stock.adobe.com Bänderverletzungen sind im Freizeit- und Profisport weit verbreitet. Ist der Heilungsverlauf nicht optimal, kann es zu Instabilitäten kommen. Auf dem GOTS-Kongress wird referiert, wie Ärzte herausfinden, woran es hakt, was dann zu tun ist und wie bestimmte Tests für jeden betroffenen Sportler Anwendung finden müssen. Ob im Fußball, beim Eishockey oder einfach auch nur mal beim Wandern, ein Reingrätschen, ein Wegrutschen oder ein falscher Tritt kann den Fuß so stark umknicken lassen, dass Bänder am Sprunggelenk anreißen oder gar ganz durchreißen. Ist der Heilungsverlauf hinterher nicht optimal, kann es passieren, dass man bei bestimmten Bewegungen immer wieder umknickt oder auch fortwährend eine Instabilität empfindet. Am häufigsten ziehen sich junge Männer in Kontakt- und schnellen Stopp-and-Go-Sportarten entsprechende Bänderverletzungen zu. Um die Verletzungen zu bewerten, werden längst nicht mehr nur bildgebende Verfahren, wie Röntgen oder MRT zu Rate gezogen. „Ein Hauptaugenmerk“, so PD Dr. Jochen Paul, Facharzt für Orthopädie/Unfallchirurgie und Experte der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS), „liegt vor allem auch auf den funktionellen Tests.“ Die Patienten werden dafür auf eine „Wackel-Platte“ gestellt. Moderne Geräte messen genauestens, wie stabil das Sprunggelenk ist. Diese objektiven Untersuchungswerte sind wichtig, wenn es um die Entscheidung für eine Therapie geht, konstatiert der Sportmediziner. Zusätzlich könne eine Laufanalyse auf einem speziellen Laufband durchgeführt werden. Drucksensoren messen hier, wie der Sportler/Patient belastet und abdrückt. Laut dem Experten sind bislang diese Arten der funktionellen Tests jedoch spezialisierten Zentren vorbehalten. „Die Herausforderung ist nun, dass auch orthopädische Praxen den Betroffenen solche Verfahren anbieten können”, so Paul. „Denn die objektiven Testwerte ergeben einen Algorithmus, der entscheidend dafür ist, wie der Patient am besten behandelt wird.” Die meisten Sprunggelenk-Instabilitäten könnten mit einer speziellen Physiotherapie sehr gut behandelt werden. Nur wenige bedürften einer operativen Versorgung. PD Dr. Jochen Paul betreut als Verbandsarzt den Schweizer Landhockeyverband. Er ist Spezialist für Knorpelverletzungen am Knie- und Sprunggelenk und leitender Arzt an der Rennbahnklinik Basel. Die klinischen Schwerpunkte liegen in der Behandlung von Freizeit – und Leitungssportlern aller Niveaustufen, national und international.
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