Chronische Nierenkrankheit bei Kindern: Neue Biomarker zur Beurteilung des Risikos identifiziert25. Juni 2025 Foto: © wladimir1804/stock.adobe.com Forscher der Yale School of Medicine, USA, haben ein Biomarker-Panel identifiziert, das die Beurteilung des Krankheitsverlaufs bei Kindern mit chronischer Nierenkrankheit (CKD) verbessert. Mithilfe von auf Regressionsbäumen basierenden Methoden haben die Forscher ein Biomarker-Panel aus Urinalbumin/Kreatinin, Urin-EGF/Kreatinin, Plasma-KIM-1 und eGFR identifiziert, das die Unterscheidung hinsichtlich des Fortschreitens einer CKD deutlich verbesserte. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Journal of the American Society of Nephrology“ veröffentlicht. Die Wissenschaftler untersuchten zuvor Biomarker für tubuläre Gesundheit (EGF), Nierenschädigung (Kidney Injury Molecule-1 [KIM-1]), Nierenfunktionsstörungen (α-1-Mikroglobulin) und Entzündungen (TNF-Rezeptor-1, TNF-Rezeptor-2, Monocyte Chemoattractant Protein-1, YKL-40 und löslicher Urokinase-Plasminogenaktivator-Rezeptor). Dabei zeigten sie, dass Plasma-KIM-1, TNF-Rezeptor-1, TNF-Rezeptor-2, Urin-KIM-1, EGF, Monocyte Chemoattractant Protein-1 und Urin-α-1-Mikroglobulin jeweils unabhängig mit dem Fortschreiten der CKD bei Kindern assoziiert sind. In der neuen Studie verwendeten sie Bootstrap-Überlebensbäume, um eine Kombination von Biomarkern zur Vorhersage des Fortschreitens der CKD bei Kindern zu identifizieren. Die Kohortenstudie zu chronischen Nierenerkrankungen bei Kindern (CKiD) umfasste prospektiv Kinder im Alter von 6 Monaten bis 16 Jahren mit einer eGFR von 30–90 ml/min pro 1,73 m². Die Forscher maßen Biomarker in gelagertem Plasma und Urin, der fünf Monate nach Studienbeginn gesammelt wurde. Das primäre Ergebnis der CKD-Progression war ein kombinierter eGFR-Rückgang um 50 Prozent oder Nierenversagen. Die Wissenschaftler erstellten ein regressionsbaumbasiertes Modell zur Vorhersage der Zeit bis zum kombinierten Ereignis und nutzten dabei neben konventionellen Risikofaktoren ein Panel klinisch relevanter Biomarker mit empirisch ermittelten Schwellenwerten. Neue Risikogruppen-Klassifizierungen Von den 599 eingeschlossenen Kindern betrug das mediane Alter 12 Jahre (Interquartilsabstand [IQR] 8–15), 371 (62 %) waren männlich, der Urinprotein-Kreatinin-Quotient betrug 0,33 (IQR 0,12–0,95) mg/mg und die eGFR 53 (IQR 40–66) ml/min pro 1,73 m². Insgesamt erreichten 205 Kinder (34 %) das primäre Ziel der CKD-Progression. Ein einzelnes, auf einem Regressionsbaum basierendes Modell unter Verwendung der aussagekräftigsten Prädiktoren mit datenbasierten Biomarker-Schwellenwerten deutete auf vier endgültige Prognosegruppen hin. Im finalen Modell war Urinalbumin/-kreatinin die Variable mit der höchsten Bedeutung und identifizierte zusammen mit Urin-EGF/-kreatinin die höchste Risikogruppe von 24 Kindern, von denen 100 Prozent nach median 1,3 Jahren eine CKD-Progression entwickelten (95%-Konfidenzintervall [KI]: 1,0 bis 1,7). Als die aus dem Regressionsbaum abgeleiteten Risikogruppenklassifizierungen zu den Vorhersagemodellen mit den klinischen Risikofaktoren hinzugefügt wurden, erhöhte sich die C-Statistik von 0,76 (95%-KI: 0,71 bis 0,80) auf 0,85 (95%-KI: 0,81 bis 0,88). „Während aktuelle klinische Biomarker die Variabilität des CKD-Verlaufs nur teilweise erfassen, zeigt diese Forschung, dass eine Kombination von Biomarkern, die wichtige Wege der Nierengesundheit darstellen, die Risikovorhersage deutlich verbessern kann“, betont Erstautor und Studienleiter Prof. Jason Greenberg.
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