Chronische Nierenkrankheit: Cannabis-haltige Creme kann bei CKD-bedingtem Pruritus helfen11. September 2024 Foto: © toa555/stock.adobe.com Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass eine topische Creme mit Cannabis als Inhaltsstoff bei Patienten, die aufgrund einer chronischen Nierenkrankheit (CKD) an Pruritus leiden, den Schweregrad des Juckreizes signifikant reduzieren kann. Die doppelblinde randomisierte kontrollierte Studie zielte darauf ab, die Wirksamkeit einer Cannabiscreme und eines Placebos bei der Behandlung von Pruritus in Verbindung mit CKD zu vergleichen. An der Untersuchung nahmen 60 Hämodialyse-Patienten teil, bei denen die stärkste Intensität des Juckreizes einen Wert von mindestens 3 auf der Worst Itch Numeric Rating Scale (WI-NRS) erreicht. Die Patienten erhielten Cannabiscreme oder ein Placebo. Der primäre Endpunkt war der WI-NRS-Score in Woche 4. Die sekundären Endpunkte umfassten den WI-NRS in Woche 2, den Skindex-10-Score in Woche 2 und 4 sowie die mittlere Differenz zwischen dem Ausgangswert und Woche 4 für den WI-NRS und den Skindex-10-Score. „Wir verwendeten ungepaarte t-Tests oder Mann-Whitney-U-Tests sowie, je nach Bedarf, exakte χ2- oder Fisher-Tests. Die angepassten mittleren Differenzen wurden mithilfe von ANCOVA unter Berücksichtigung der Ausgangswerte ermittelt“, erklären die Autoren den analytischen Ansatz. Ergebnisse der Studie Unter den 60 Teilnehmern lag das Durchschnittsalter bei 61,6±14,4 Jahren und der mittlere WI-NRS-Ausgangswert bei 6,7±1,7. Die Placebo- und Cannabiscreme-Gruppen unterschieden sich zu Beginn in ihren Merkmalen kaum, obwohl mehr Personen in der Placebogruppe an Diabetes litten. Nach vier Wochen sank der WI-NRS in der Cannabisgruppe auf 2,6 und in der Placebogruppe auf 3,6 (mittlere Differenz nach Anpassung an die Ausgangswerte: -1,1, 95%-KI -2,1 bis -0,2; p=0,02). Die Skindex-10-Werte in Woche 4 waren in der Cannabisgruppe ebenfalls niedriger, aber nach Anpassung an die Ausgangswerte blieb die statistische Signifikanz nicht erhalten. In keiner der Gruppen wurden Nebenwirkungen beobachtet. Einschränkungen der Studie Da es sich um eine einzelne Studie mit einer kleinen Stichprobengröße handelt, lassen sich die Ergebnisse nur schlecht verallgemeinern. Auch Unterschiede im Diabetesstatus der Teilnehmer könnten die Ergebnisse in Bezug auf den Juckreiz beeinflusst haben, wie die Studienautoren betonen. Weiterhin verhindert das Fehlen einer Bestimmung des Cannabinoid-Spiegels im Blut eine schlüssige Bestimmung der möglichen systemischen Auswirkungen. Schließlich erfasst eine vierwöchige Nachbeobachtungszeit die Langzeitwirkung nicht ausreichend. (ri)
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