Chronische Nierenkrankheit: Genetisches Risiko für Bluthochdruck erhöht den Einfluss der Salzaufnahme

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Laut einer neuen Studie verändern genetische Faktoren den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Salzzufuhr und dem Auftreten Chronischer Nierenkrankheit (CKD).

Obwohl übermäßiger Salzkonsum das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen erhöht, können die Auswirkungen individuell unterschiedlich ausfallen, was das Konzept der Salzempfindlichkeit unterstützt. Ziel der neuen Studie war es daher, zu untersuchen, ob genetische Faktoren, dargestellt durch den polygenen Risikoscore für Bluthochdruck (PRS-Hypertonie), die Salzempfindlichkeit bestimmen und den Einfluss des Salzkonsums auf das Auftreten chronischer Nierenerkrankungen (CKD) beeinflussen können. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Clinical Journal of the American Society of Nephrology“ veröffentlicht.

Salzzugabe bei Speisen untersucht

Es wurden Daten der UK Biobank verwendet, darunter Teilnehmer britischer Abstammung mit weißer Hautfarbe und ohne vorbestehende CKD oder Bluthochdruck. Die primären Expositionen waren die selbstberichtete Häufigkeit der Salzzugabe zu Speisen und die Tertilgruppe PRS-Hypertonie. Das primäre Ergebnis war die Entwicklung einer CKD, analysiert mit multivariablen Cox-Modellen.

Unter 258.555 Teilnehmern (Durchschnittsalter 55,3 ± 8,1 Jahre, 44 % Männer) wurden während der medianen Nachbeobachtungszeit von 13,7 Jahren 8.686 (3 %) Fälle von CKD beobachtet. Es wurde eine signifikante Interaktion zwischen PRS-Hypertonie und der Häufigkeit der Salzzugabe hinsichtlich des CKD-Risikos beobachtet (P für multiplikative Interaktion = 0,001). In der Gruppe mit hohem PRS-Bluthochdruck betrug die adjustierte Hazard Ratio im Vergleich zu den Personen, die selten/nie Salz zu ihren Lebensmitteln hinzugaben, 1,11 (95%-Konfidenzintervall [KI] 1,02 bis 1,21) für diejenigen, die manchmal Salz hinzugaben, und 1,23 (95%-KI 1,14 bis 1,36) für diejenigen, die normalerweise/immer Salz hinzugaben.

Darüber hinaus gab es signifikante additive Wechselwirkungen zwischen hohem PRS-Hypertonus und der üblichen/immerwährenden Zugabe von Salz hinsichtlich des Risikos einer CKD im Vergleich zu jenen mit niedrigem PRS-Hypertonus und der seltenen/niemals erfolgten Zugabe von Salz (relatives Mehrrisiko durch Wechselwirkung = 0,19; 95 % KI: 0,03 bis 0,34; zurechenbarer Anteil = 0,15; 95 % KI: 0,04 bis 0,27).

Diese Ergebnisse deuten laut den Autoren darauf hin, dass die Auswirkungen einer hohen Natriumaufnahme auf die Nierenfunktion durch genetische Faktoren beeinflusst werden können. (ri)