Chronisches Fatigue-Syndrom: Veränderungen im Immunsystem18. Mai 2021 Obwohl die Ursachen von Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS), einer schweren Multisystem-Erkrankung, weiterhin nicht bekannt sind, bestätigt eine neue Studie der MedUni Wien den wichtigen Zusammenhang der neurologischen Beschwerden mit Veränderungen des Immunsystems. Ein derzeit an der MedUni Wien laufendes Projekt zeigt einen hohen Anteil an Immunveränderungen bei ME/CFS-Patienten. „Wir konnten in einer derzeit durchgeführten Studie nachweisen, dass bei über 70 Prozent der untersuchten Patienten mit chronischen Fatigue-Syndrom Mängel in der Immunabwehr oder eine Reduktion relevanter Immunparameter nachweisbar waren. Dass diese Befunde klinische relevant sind, zeigt das vermehrte Auftreten wiederkehrender Infekte in der Krankengeschichte bei einer Vielzahl der Patienten“, erklärt Studienleiterin Eva Untersmayr-Elsenhuber vom Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie der MedUni Wien. Das von der „Gemeinnützigen Stiftung zur Unterstützung der Betroffenen und zur Erforschung von undiagnostizierten Krankheiten” finanzierte Projekt wird gemeinsam mit Elisabeth Puchhammer, Leiterin des Zentrums für Virologie der MedUni Wien, und mit dem niedergelassenen Wiener Neurologen Michael Stingl weitergeführt und beleuchtet die veränderte Immunabwehr und Persistenz von viralen Erkrankungen, die mit der Entwicklung von chronischer Erschöpfung einhergehen. „Dass diese Forschung aktueller und relevanter denn je ist, zeigen die steigenden Zahlen von Patienten, die nach einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung mit langandauernder und ausgeprägter Fatigue kämpfen.“ Neues Projekt gestartet Das Forschungsteam hat kürzlich ein weiteres Projekt eingeworben, das anlässlich des internationalen ME/CFS Tags gestartet ist: Gemeinsam mit ME/CFS-Patienten und in Kooperation mit der Patientenorganisation „CFS-Hilfe Österreich“ sollen die bisher noch unbekannten Ursachen für die Erkrankung identifiziert werden. Dazu wird ein Fragebogen entwickelt, mit dem die sehr unterschiedlichen Auslöser der Erkrankung sowie die Symptomatik der Patienten abgefragt werden. Ebenso werden Daten über relevante Diagnostikschritte und Therapien, die eine Verbesserung der Beschwerden bewirkt haben, gesammelt. Diese werden anonymisiert und digital ausgewertet – mit dem Ziel, für Gruppen mit ähnlichen Beschwerden, Diagnosen und mögliche Therapieoptionen zu definieren. „Mit den Ergebnissen aus dem Projekt hoffen wir, künftig Unterstützung für behandelnde Ärzte und Patienten bereitstellen zu können, die dazu führen soll, weitaus schneller die adäquate Diagnose zu stellen und mögliche Therapieoptionen zu definieren“, erklärt Untersmayr-Elsenhuber.
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