DGS kündigt klinische Studien zu Cannabis in der Schmerzmedizin an

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Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hat beim Medizinal Cannabis Congress in Berlin über die Versorgungssituation chronischer Schmerzpatienten gesprochen und neue klinische Studien zum Einsatz von Medizinal-Cannabis in der Schmerzmedizin angekündigt.

„Die Versorgung von Schmerzpatienten mit Medizinal-Cannabis nimmt zu“, sagte Dr. Richard Ibrahim, Orthopäde, Schmerzmediziner und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin. Zu den Indikationen für Medizinal-Cannabis zählen u.a. neuropathische Schmerzen, chronische Nichttumorschmerzen, Tumorschmerzen, MS-Spastik sowie Appetitlosigkeit und Kachexie.

„In meiner Praxis habe ich bereits 1800 Schmerzpatienten erfolgreich mit Medizinal-Cannabis behandelt. Es ersetzt nicht pauschal die klassische Schmerzmedikation, aber es hat sich mehr und mehr zu einem wirksamen Analgetikum mit einem vergleichsweise geringen Nebenwirkungsprofil entwickelt.“

Mehrere klinischen Studien zu Medizinal-Cannabis in Planung

Hier gilt es laut DGS nun differenziert aufzuklären. Daher hat die schmerzmedizinische Fachgesellschaft in diesem Jahr die DGS-Initiative Klinische Studien gegründet, um AWMF- und leitlinienrelevante Daten für die Schmerztherapie zu generieren und um mit dem neuen DGS-Curriculum „Cannabiskompetenz in der Schmerz- und Palliativmedizin“ Fachärzte und nicht ärztliches Fachpersonal gezielt weiterzubilden. Konkret geplant sind Studien zu:

  • Fibromyalgie (n=225; Start: September 2026; Dauer: 22 bis 26 Wochen),
  • chronischen Wirbelsäulen-, Rücken- und Arthroseschmerzen (n≥1500; Start: Juni 2026),
  • chronischen Schmerzen (Standardisiertes Inhalationssystem für Extrakte; THC: 82 % und CBD: <1; Studie in der Planungsphase).

Parallel dazu arbeitet die DGS an der Weiterentwicklung ihrer Praxisleitlinie „Cannabis in der Schmerzmedizin“, die am 20. November 2026 auf dem DGS-Innovationsforum in Kassel vorgestellt wird. Die Leitlinie ist Teil der fachlichen Kompetenzentwicklung der DGS und soll Ärzten eine Grundlage für Verordnung, Diagnose und Dosierung in der Schmerz- und Palliativmedizin geben.

„Versorgung ohne Daten ist Meinung – Versorgung mit Daten ist Zukunft“, sagte Ibrahim in Berlin. „Wir wollen belastbare Daten schaffen, damit Medizinal-Cannabis in der Schmerzmedizin besser eingeordnet werden kann.“