CKM-Syndrom: Starker Anstieg des hs-CRP-Werts bereits im Frühstadium20. Oktober 2026 Bild: KI-generiert mit ChatGPT US-amerikanische Daten deuten an, dass sich das hochsensitive C-reaktive Protein (hs-CRP) bereits in Stadium 1 des kardiovaskulär-renalen-metabolischen (CKM-)Syndroms nahezu verdoppelt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer frühzeitigen Prävention von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Das hochsensitive C-reaktive Protein (hs-CRP) ist ein etablierter Entzündungsmarker, der bereits im frühesten Stadium des kardiovaskulär-renalen-metabolischen (CKM-)Syndroms deutlich erhöht ist. Das geht aus einer Analyse nationaler US-Gesundheitsdaten hervor, die Forschende der University of Eastern Finland und der Rutgers Robert Wood Johnson Medical School gemeinsam durchgeführt haben. Die Studie wurde im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlicht und auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) 2026 vorgestellt. Entzündung bereits im ersten CKM-Stadium nachweisbar Die American Heart Association (AHA) führte das Konzept des CKM-Syndroms 2023 ein, um die engen Zusammenhänge zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Adipositas und Typ-2-Diabetes abzubilden. Das Syndrom wird in fünf Stadien eingeteilt: Stadium 0 bezeichnet das Fehlen entsprechender Risikofaktoren. Stadium 1 ist durch überschüssiges oder gesundheitlich ungünstig verteiltes Körperfett gekennzeichnet. In Stadium 2 liegen unter anderem Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenerkrankungen vor. Die Stadien 3 und 4 umfassen ein hohes beziehungsweise bereits manifestes kardiovaskuläres Erkrankungsrisiko und entsprechende Herzerkrankungen. Für die aktuelle Untersuchung analysierte das Forschungsteam Daten von 4.315 Erwachsenen aus der US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) der Jahre 2015 bis 2018. Das Durchschnittsalter lag bei 48 Jahren, etwa die Hälfte der Teilnehmenden waren Frauen. Der mittlere hs-CRP-Wert verdoppelte sich nahezu zwischen Stadium 0 und Stadium 1 – der stärkste Anstieg über alle untersuchten Stadien hinweg. Dabei überschritt der Wert die Marke von 2 mg/L, die häufig als Schwellenwert für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko herangezogen wird. Ab Stadium 1 blieb der durchschnittliche hs-CRP-Wert oberhalb dieser Schwelle. In Stadium 2 stieg er nur noch moderat an, bevor er sich in den folgenden Stadien weitgehend stabilisierte. hs-CRP als Warnsignal für frühe Entzündungsprozesse? Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass entzündliche Prozesse bereits zu Beginn des CKM-Syndroms eine Rolle spielen. „Besonders auffällig war für uns, dass die Entzündungswerte bereits im allerersten Stadium erhöht waren, bevor die Betroffenen Diabetes, eine Nierenerkrankung oder eine Herzerkrankung entwickelt hatten“, erklärt der Erstautor Dr. Douglas R. Corsi, Arzt an der Rutgers Robert Wood Johnson Medical School und Doktorand an der University of Eastern Finland. Gerade in dieser Phase könnte es also den größten Spielraum geben, um den weiteren Verlauf zu beeinflussen. Die Forschenden betonen jedoch, dass hs-CRP in erster Linie als leicht messbarer Hinweis auf zugrunde liegende Entzündungsprozesse zu verstehen ist – nicht als eigenständiges Therapieziel. Da die Analyse Daten nur zu einem einzelnen Zeitpunkt auswertete, lässt sich aus den Ergebnissen zudem kein ursächlicher Zusammenhang ableiten. Insbesondere bleibt offen, ob Entzündungsprozesse das Fortschreiten des CKM-Syndroms tatsächlich vorantreiben oder vor allem eine frühe Begleiterscheinung sind. Um diese Fragen zu klären, sind prospektive Langzeitstudien sowie Interventionsstudien erforderlich. Frühzeitige Prävention im Fokus „Die Ergebnisse liefern gute Argumente für eine frühzeitige Prävention – entweder durch eine gezielte Behandlung von Entzündungsprozessen oder durch die Reduktion überschüssigen Körperfetts mithilfe von Lebensstil- und Ernährungsänderungen“, so Seniorautor Dr. Andrew Agbaje, außerordentlicher Professor für klinische Epidemiologie und Kindergesundheit an der University of Eastern Finland. Ein kostengünstiger Bluttest wie die Messung des hs-CRP könne dazu beitragen, das Risiko zu verfolgen. (mkl/BIERMANN) Das könnte Sie auch interessieren: Neue ESC-Leitlinie stärkt gemeinsame Behandlung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen Finerenon bei CKM-Syndrom: FIDELITY-Analyse belegt Nutzen über alle Stadien hinweg
Mehr erfahren zu: "Volkskrankheit Fettleber: Verbände fordern nationales Maßnahmenpaket" Volkskrankheit Fettleber: Verbände fordern nationales Maßnahmenpaket In einem gemeinsamen Strategiepapier schlagen Verbände aus der Gastroenterologie, Diabetologie und Kardiologie konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der Volkskrankheit Fettleber vor.
Mehr erfahren zu: "Wer bekommt die Niere? – KI trifft ethische Entscheidungen anders als Menschen" Wer bekommt die Niere? – KI trifft ethische Entscheidungen anders als Menschen Auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Sprachmodelle gewichten Patientenmerkmale offenbar anders als Menschen und entscheiden selbst bei unklarer Sachlage mit hoher Sicherheit, wie eine Studie zeigt. Das wirft Fragen zum Einsatz […]
Mehr erfahren zu: "Osteoporose autotmatisiert frühzeitig erkennen" Osteoporose autotmatisiert frühzeitig erkennen Das Projekt BMDNow verfolgt das Ziel, Osteoporose und ihre Vorstufen frühzeitig zu diagnostizieren, ohne dass dafür zusätzliche Untersuchungen nötig sind: Eine KI-gestützte Software hilft bei der Früherkennung – sie wertet […]