Finerenon bei CKM-Syndrom: FIDELITY-Analyse belegt Nutzen über alle Stadien hinweg

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Das kardiovaskulär-renal-metabolische (CKM)-Syndrom betrifft die meisten Patienten mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenkrankheit (CKD). Die gepoolte FIDELITY-Analyse belegt nun Nutzen des Wirkstoffs Finerenon bei diesen Patienten über alle CKM-Stadien hinweg.

Das kardiovaskulär-renal-metabolische (CKM) Syndrom beschreibt das komplexe Zusammenspiel von Adipositas, Diabetes, chronischer Nierenkrankheit (CKD) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der nicht steroidale Mineralokortikoid-Rezeptorantagonist Finerenon wird zur Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten mit CKD in Verbindung mit Typ-2-Diabetes sowie bei Patienten mit symptomatischer chronischer HFrEF eingesetzt. Insbesondere bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und CKD hat sich Finerenon inzwischen als Zusatztherapie etabliert (wir berichteten).

Laut einer aktuellen Post-hoc-Analyse der gepoolten FIDELITY-Daten senkt der Wirkstoff das Risiko für kardiovaskuläre und renale Ereignisse unabhängig vom CKM-Stadium konsistent und fördert zudem die Regression des Syndroms. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „JAMA Cardiology“ veröffentlicht.

Risiko für Herz- und Nierenkomplikationen

In die Analyse flossen Daten von 12.990 Patienten mit Typ-2-Diabetes und CKD aus den beiden Phase-III-Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD (FIDELITY) ein. Das Durchschnittsalter der Probanden betrug 64,8 ± 9,5 Jahre; 30 Prozent waren weiblich. In den Studien war die Wirksamkeit von Finerenon randomisiert mit Placebo verglichen worden. Für die Post-hoc-Analyse klassifizierten die Studienautoren die Teilnehmenden gemäß den Kriterien der American Heart Association in die CKM-Stadien: 30 Prozent befanden sich demnach im Stadium 2, 25 Prozent im Stadium 3 und 45 Prozent im Stadium 4.

Anschließend verglichen sie kardiovaskuläre und renale Endpunkte sowie die Progression oder Regression des CKM-Syndroms nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von drei Jahren. Zu den kardiovaskulären Endpunkten zählten kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Myokardinfarkt oder Schlaganfall und eine Herzinsuffizienz-bedingte Klinikeinweisung. Zu den renalen Endpunkten zählten Nierenversagen, Tod aufgrund von Nierenversagen und eine dauerhafte Reduktion der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) um mindestens 57 Prozent gegenüber dem Ausgangswert.

Finerenon begünstigt Verlauf des CKM-Syndroms

Im Vergleich zum Stadium 2 wiesen Patienten im Stadium 4 wie erwartet ein deutlich höheres Risiko für kardiovaskuläre (bereinigte Hazard Ratio [aHR] 1,87) und renale Ereignisse (aHR 1,96) auf. Finerenon reduzierte kardiovaskuläre und renale Komplikationen konsistent über alle CKM-Stadien hinweg (p=0,86 bzw. 0,65 für Interaktion). Die absolute Risikoreduktion für den kardiovaskulären Endpunkt war im fortgeschrittenen Stadium 4 am höchsten (-1,1 Ereignisse pro 100 Personenjahre vs. -0,4 im Stadium 2).

Darüber hinaus führte die Behandlung mit Finerenon im Vergleich zu Placebo nach drei Jahren signifikant häufiger zu einer Regression des CKM-Syndroms (11,4 % vs. 7,4 %; bereinigte Odds Ratio [aOR] 1,66; 95 %-KI 1,30–2,13; p<0,001). Auch das Risiko einer Krankheitsprogression war signifikant geringer (aOR 0,89; 95 %-KI 0,79–1,00; p=0,05).

Die Ergebnisse verdeutlichen somit, dass Finerenon nicht nur das Risiko für Herz- und Nierenkomplikationen bei Typ-2-Diabetes und CKD senken, sondern auch den Verlauf des CKM-Syndroms günstig beeinflussen kann. (ah)