Cochlea-Implantat: Schonenderer Eingriff durch Roboter-Assistenz3. Oktober 2025 Am OTOARM Aligner wird die Elektrode eingespannt und geführt. Möglich ist ein Feinjustieren der chirurgischen Instrumente mit fünf Freiheitsgraden exakt in der gewünschten Position und im gewünschten Winkel mit einer Geschwindigkeit von 0,1-10mm/Sekunde. Foto: UKSH Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hat als erste Klinik in Norddeutschland ein Cochlea-Implantat mithilfe eines OP-Roboters eingesetzt. Der Eingriff ist schonender für die Betroffenen. Damit steht in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Phoniatrie und Pädaudiologie am Campus Lübeck eine neue Operationsmethode zur Verfügung, um hochgradig schwerhörige oder ertaubte Menschen mit einem Hörimplantat zu versorgen. Bei dem neuen Verfahren wurde die Elektrode mithilfe der robotergestützten Assistenzsysteme vom Typ „Otoarm“ und „Otodrive“ der Firma MED-EL eingesetzt. Elektrode präziser platzieren Die vom Operateur gesteuerten Assistenzsysteme ermöglichen es, die Elektrode noch präziser bei gleichbleibender, sehr langsamer Geschwindigkeit in die Cochlea zu führen und das empfindliche Gewebe vor Verletzungen zu schützen. „Dies ist ein enormer Fortschritt für alle Patientinnen und Patienten“, sagt Klinikdirektor Prof. Karl-Ludwig Bruchhage. „Wir erwarten, dass durch diese OP-Methode das noch vorhandene Gehör optimal geschont und eine bessere Hörfähigkeit erreicht wird.“ Die ersten Eingriffe mit dem neuen OP-Assistenzsystem wurden bei einem 74-jährigen Patienten und einer 32-jährigen Patientin durchgeführt, die den jeweils rund 70-minütigen Eingriff gut überstanden haben. Sie werden in der Tagesklinik der HNO-Klinik weiter betreut werden. Im Rahmen der ambulanten Rehabilitation wird hier circa vier Wochen nach der OP das Cochlea-Implantat aktiviert und individuell angepasst. Dann beginnt ein intensives Hörtraining, um die Hörfähigkeit zurückzuerlangen. Auf Hörrehabilitation spezialisiert Die HNO-Klinik am Campus Lübeck ist seit Jahrzehnten auf die Hörrehabilitation für schwerhörige und ertaubte Menschen spezialisiert. Seit 2024 ist die Klinik als Cochlea-Implantat-versorgende Einrichtungen (CIVE) von der Deutschen Gesellschaft für HNO zertifiziert. Sie bietet eine Hör- und Implantat-Sprechstunde an, in der die Patientinnen und Patienten zunächst eine individuelle Hörberatung und Diagnostik erhalten. Das breite Therapiespektrum der Hörrehabilitation umfasst die Versorgung mit Hörgeräten und die medikamentöse Behandlung – zum Beispiel bei Hörsturz und chronischen Mittelohrentzündungen – bis hin zu hörverbessernden Ohroperationen und Hör-Implantaten.
Mehr erfahren zu: "Chirurgen zwischen verschiedenen Kulturen und Ausbildungssystemen" Chirurgen zwischen verschiedenen Kulturen und Ausbildungssystemen In der DKOU-Session „Diversity matters” beschrieb ein junger Arzt aus Indien die Herausforderungen, die er als Assistenzarzt in Orthopädie und Unfallchirurgie ebenso wie viele andere Ärztinnen und Ärzte mit Migrationshintergrund […]
Mehr erfahren zu: "Hausarztpraxis: Bis zu 90 Prozent der Fälle fallabschließend behandelt?" Hausarztpraxis: Bis zu 90 Prozent der Fälle fallabschließend behandelt? Laut einer Analyse zu Akutfällen in Hausarztpraxen können bis zu 90 Prozent dieser Fälle fallabschließend behandelt werden. Der SpiFA kritisiert: Das sei nicht pauschal auf das ganze Land oder alle […]
Mehr erfahren zu: "Digitale Transformation der Arztpraxis: Weniger Verwaltung, mehr Zeit für Patienten" Digitale Transformation der Arztpraxis: Weniger Verwaltung, mehr Zeit für Patienten Digitale Anwendungen und KI können HNO-Praxen bei Patientenkommunikation, Anamnese und Dokumentation entlasten. Die digitale Transformation der Arztpraxis ist auch Thema auf der Fortbildungsveranstaltung für HNO-Ärzte.