Colchicin in der Behandlung von COVID-19: Cochrane-Review zeigt keine Vorteile auf26. Oktober 2021 Agata Mikolajewska und Anna-Lena Fischer, die Erstautorinnen des Cochrane-Reviews. (Quelle: © Cochrane Deutschland) Der Wirkstoff Colchicin zeigt in bisher verfügbaren Studien keine Vorteile bei der Behandlung hospitalisierter Patientinnen und Patienten mit COVID-19-Erkrankung. Zu diesem Schluss kommt ein kürzlich veröffentlichter Cochrane-Review. Die aktuell auf Wiesen blühende Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) enthält das potente Zellgift Colchicin. In geringer Dosierung wird Colchicin schon lange erfolgreich als Medikament eingesetzt, insbesondere zur Behandlung von Gicht. Auch als Behandlungsoption für COVID-19 wurde Colchicin diskutiert, in der Hoffnung, dass seine entzündungshemmenden Eigenschaften die oft überschießende Immunreaktion bei COVID-19-Patientinnen und -Patienten dämpfen könnten. Die Verfasserinnen und Verfasser eines kürzlich publizierten Cochrane-Review finden dafür aber keine überzeugende Evidenz aus klinischen Studien. In der systematischen Literatursuche für ihre Übersichtsarbeit fanden die Autorinnen und Autoren Evidenz aus drei randomisierten kontrollierten Studien (RCTs). Demnach hat Colchicin bei Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Erkrankung wahrscheinlich keinen Nutzen. Allerdings könnte Evidenz aus derzeit noch laufenden beziehungsweise unveröffentlichten Studien dieses Ergebnis noch verändern. Über die Sicherheit des Medikamentes in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit COVID-19 erlaubt die bisher verfügbare Evidenz keine definitiven Aussagen. Für ambulant behandelte Patientinnen und Patienten mit leichter COVID-19-Erkrankung oder bestätigter Infektion enthält der Review Daten aus einer RCT. Sie deuten darauf hin, dass Colchicin wahrscheinlich zu einer leichten Verringerung des kombinierten Risikos einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes innerhalb von 28 Tagen und von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen führt. Betrachtet man das Sterberisiko isoliert, lassen sich jedoch keine Aussagen machen. Auch für den Einfluss der Therapie mit Colchicin auf die Häufigkeit von unerwünschten Nebenwirkungen liefert die Studie keine ausreichende Evidenz. Aus anderen Einsatzbereichen ist aber bekannt, dass korrekt dosiertes Colchicin unter anderem deutliche Magen-Darm- und Muskelbeschwerden hervorrufen kann. Durch seine geringe therapeutische Breite können versehentliche Überdosierungen zudem schnell schwerwiegende Folgen haben. Dieser Cochrane Review basiert auf Ergebnissen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über das Netzwerk Universitätsmedizin geförderten Forschungsprojekts CEOsys (COVID-19-Evidenzökosystem), an dem sich auch Cochrane beteiligt.
Mehr erfahren zu: "Gassen zum BStabG: „Wir werden eine Zäsur in der Versorgung Gesetzlich Krankenversicherter erleben“" Gassen zum BStabG: „Wir werden eine Zäsur in der Versorgung Gesetzlich Krankenversicherter erleben“ Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, hat das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) auf der KBV-Vertreterversammlung in Berlin scharf kritisiert.
Mehr erfahren zu: "„Die Praxen müssen die Hoheit über ihre Terminorganisation behalten“" „Die Praxen müssen die Hoheit über ihre Terminorganisation behalten“ Eine Digitalisierung, die Praxen entlastet und die Versorgung verbessert, forderte Dr. Sibylle Steiner, Mitglied des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), auf der KBV-Vertreterversammlung in Berlin am 4. September.
Mehr erfahren zu: "Hofmeister auf der KBV-Vertreterversammlung: „Praxen schaffen Arbeitsplätze und Kaufkraft“" Hofmeister auf der KBV-Vertreterversammlung: „Praxen schaffen Arbeitsplätze und Kaufkraft“ Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Arzt-Praxen hat der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Stephan Hofmeister, auf der KBV-Vertreterversammlung in Berlin hervorgehoben.