Colon-Conduit als Option für die Harnableitung6. August 2026 Nicht nur das Ileum, auch das Colon eignet sich für eine chirurgische Harnableitung nach radikaler Zystektomie. Grafik (KI-generiert): huyelah – stock.adobe.com Die Verwendung von Colon bleibt eine wichtige Option für die chirurgische Harnableitung, wenn die Verwendung von Ileum klinisch nicht möglich ist. Zu diesem Schluss kommen US-Urologen in einer retrospektiven Studie. Kevin J. Hebert von der Louisiana State University Health und Kollegen werteten die Ergebnisse nach Harnableitung mittels Colon-Conduit (colon conduit urinary diversion, CCUD) an vier Einrichtungen aus. Zu den primären Endpunkten gehörten schwerwiegende Komplikationen im Zeitraum von 0–90 Tagen, Wiederaufnahmen innerhalb von 30 Tagen sowie Spätinterventionen. Sekundäre Endpunkte umfassten schwerwiegende Komplikationen und deren Zusammenhang mit einer gleichzeitigen Colonanastomose, vorangegangener Bestrahlung und Hypoalbuminämie. Die Kohorte wurde in folgende Untergruppen eingeteilt: 1. CCUD mit Colonanastomose, 2. CCUD mit Colostomie und 3. Wechsel zur Colostomie. Zwischen 1990 und 2022 unterzogen sich 179 Patienten (Altersmedian 61 Jahre) einer CCUD. Vorangegangene Strahlentherapie (63,7 %), urogenitale Eingriffe (54 %) und abdominalchirurgische Operationen (72 %) waren in der Kohorte häufig. Schwerwiegende Komplikationen traten bei 28,5% innerhalb von 30 Tagen und bei 14,5 % im Zeitraum von 30 bis 90 Tagen auf. Die 90-Tage-Mortalität lag bei 4,5 %. Die Rate an Reinterventionen (chirurgisch oder interventionell) innerhalb von 90 Tagen belief sich auf 30,2 %. Die häufigste Spätkomplikation war die Notwendigkeit eines Ureterstents oder einer Nephrostomie (16,8 %). Einflussfaktoren für Komplikationen in präoperativer Albuminwert ab 3,2 war mit einer geringeren Rate an schwerwiegenden Komplikationen im Zeitraum von 30–90 Tagen nach der Operation assoziiert (HR 0,18). Das Auftreten einer schwerwiegenden Komplikation innerhalb der ersten 30 postoperativen Tage war mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine weitere schwerwiegende Komplikation zwischen dem 30. und 90. postoperativen Tag verbunden (HR 2,85). Die Arbeit von Hebert et al. zeigt, dass das Vorhandensein einer Colonanastomose bei der Anlage eines Colon-Conduit zur Harnableitung nicht mit schlechteren Ergebnissen innerhalb der ersten 30 Tage assoziiert war. Hypoalbuminämie ging mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für schwerwiegende Komplikationen im Zeitraum von 30–90 Tagen nach der Operation einher. (ms/BIERMANN) Neoadjuvante Therapie vor Zystektomie: TAR-200 plus Cetrelimab überzeugt in Primäranalyse Zirkulierende Tumor-DNA mit hoher prognostischer Aussagekraft bei muskelinvasivem Blasenkrebs
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