Computerspielsucht als Problem in Betrieben27. August 2018 Foto: iStock/DAK-Gesundheit Der Reiz von Computerspielen beschäftigt zunehmend Arbeitgeber. Nach einer Online-Befragung der Technischen Universität München ist in jedem zweiten Unternehmen Internet- und Spielsucht von Beschäftigten ein Thema. In 60 Prozent der befragten Firmen „treten Auffälligkeiten unter Mitarbeitern auf“. Die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Volker Nürnberg hatten im September 2016 mehr als 100 Firmen zur Internet- und Spielsucht befragt. Als Konsequenz aus der Studie entwickelte die DAK-Gesundheit ein neues Angebot zur Suchtprävention. Nach dem Prinzip der Paradoxen Intervention bietet die Krankenkasse jetzt selbst ein neues Computerspiel unter dem Titel „Retter der Zukunft“ an, mit dem Unternehmen die Medienkompetenz ihrer Auszubildenden verbessern können. Die Weltgesundheitsorganisation hat Computerspiel- und Onlinesucht kürzlich als Krankheit eingestuft. „Rund zwei Millionen Deutsche, fast alle im arbeitsfähigen Alter, sind gefährdet“, sagte Nürnberg, Mitglied des BGM-Beirats der DAK-Gesundheit, Experte für Gesundheitsmanagement und Partner bei der Wirtschaftsprüfergesellschaft BDO. Er hat die Unternehmens-Befragung zur Internet- und Spielsucht im Auftrag der DAK-Gesundheit durchgeführt. „Es ist für die Unternehmen ein massives Problem, aber ein Tabuthema“, so der Experte. Eine solche Sucht beeinträchtige nicht nur das Privatleben, sondern auch die Arbeit: Betroffene Mitarbeiter hätten mehr Fehlzeiten und Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration. Spiele-App als Paradoxe Intervention Ausgerechnet mit einem Computerspiel will die DAK-Gesundheit jetzt für mehr Medienkompetenz bei Auszubildenden und jungen Arbeitnehmern sorgen. Sie können es sich als App auf ihr Smartphone installieren. Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, ist eine Maßnahme nach dem Prinzip der Paradoxen Intervention. Dieses Prinzip hat sich beispielsweise in der Psychotherapie bewährt. „Mit Verboten und erhobenem Zeigefinger erreicht man wenig. Wir leisten Prävention auf Augenhöhe und holen junge Menschen im Umfeld ihrer Ausbildung wirklich ab“, erklärte Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Unter dem Namen „Die Retter der Zukunft“ bietet das Computerspiel storyorientierte Point-and-Click-Elemente mit vielseitigen Minispielen und vielen popkulturellen Anspielungen. Die Erziehungsbotschaften werden subtil über Spielhandlung, Dialoge und Spielentscheidungen transportiert. Darüber hinaus erspielen sich die Nutzer kurze Infotexte, die am Ende quasi eine digitale Broschüre für mehr Medienkompetenz ergeben. Damit gehört das Spiel zu den sogenannten Serious Games, die ernste Inhalte attraktiv verpacken. „Das ist wie bei einer Schluckimpfung“, erklärt Storm. „Die eigentliche Medizin wird versüßt.“ Die Spielkonzeption stammt von der Firma „straightlabs“ aus Bayern, die auf virtuelle Lernspiele spezialisiert ist.
Mehr erfahren zu: "Millionenförderung für die Erforschung der zerebralen Amyloidangiopathie" Millionenförderung für die Erforschung der zerebralen Amyloidangiopathie Ein Transatlantisches Exzellenznetzwerk, an dem auch eine Forschungsgruppe der Universitätsmedizin Magdeburg beteiligt ist, erhält acht Millionen Euro Förderung zur Erforschung einer häufig übersehenen Gefäßerkrankung.
Mehr erfahren zu: "Rettungsdienst-Kosten: NRW wirbt für umstrittene Lösung" Rettungsdienst-Kosten: NRW wirbt für umstrittene Lösung Seit Monaten streiten Kommunen und Krankenkassen um Kosten für den Rettungsdienst. Nun liegt eine Lösung auf dem Tisch, die den Kommunen überhaupt nicht passt. Das Land wirbt trotzdem um Zustimmung.
Mehr erfahren zu: "Menopause: Fezolinetant verbessert Hitzewallungen und psychische Beschwerden" Weiterlesen nach Anmeldung Menopause: Fezolinetant verbessert Hitzewallungen und psychische Beschwerden Die nicht hormonelle Therapie mit Fezolinetant führte in einer Real-World-Studie zu einer signifikanten Verbesserung von Hitzewallungen sowie depressiven und Angstsymptomen bei Frauen mit menopausalen, vasomotorischen Beschwerden. Die Ergebnisse wurden auf […]