COPD: Lachtherapie kann Betroffenen helfen, leichter zu atmen

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Eine klinische Studie mit Patienten, die an Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) leiden, zeigt, dass eine Lachtherapie Schwierigkeiten beim Atmen reduziert. Sie sei ebenso effektiv wie herkömmlichere Atemübungen, berichteten Forschende kürzlich beim Kongress der European Respiratory Society (ERS).

Im Rahmen der Studie lernten Betroffene, wie sie willkürliches Lachen als Atemübung nutzen können. Dabei verglichen die verantwortlichen Wissenschaftler die Outcomes dieser Patienten mit denen solcher, die herkömmliche Übungen einsetzten. Auch eine Kontrollgruppe ohne irgendwelche Atemübungen war Teil der Untersuchungen.

COPD-Management: Mehr als nur Pharmakotherapie

Laut dem Forscherteam stellt eine Lachtherapie eine wirksame, kostengünstige und ihre eigentliche Therapie ergänzende Methode dar, die Patienten zu Hause anwenden können, ohne dass sie irgendwelche Hilfsmittel oder spezielle Unterstützung brauchen. Vorgestellt wurden die Untersuchungsergebnisse von Dr. Goncagul Aldan von der Fakultät für Pflegewissenschaft der Universität Hacettepe (Türkei). Sie betonte, dass bei COPD-Patienten durch die Atemnot, die sie häufig auch bei Alltagsaktivitäten erfahren, die Lebensqualität sinkt und die Betroffenen zunehmend davon abhängig sind, dass sie Unterstützung erhalten. Aldan erklärte: „Das Management der COPD erfordert mehr als nur Medikamente. Die Patienten brauchen einen ganzheitlichen Ansatz, der ihnen hilft, mit ihren Symptomen, der Belastung für den Körper und den emotionalen und psychischen Folgen umzugehen.“

„In dieser Studie wollten wir ergründen, ob einfache, kostengünstige Techniken die bestehende Versorgung unterstützen könnten“, fuhr Aldan fort. „Die Lachtherapie hat schon bei einer Reihe anderer chronischer Erkrankungen vielversprechende Ergebnisse erzielt. Dass sie leicht zugänglich ist und Spaß macht, lässt vermuten, dass sie auch COPD-Patienten nutzen könnte – nicht nur bei der Bewältigung von Stress im Alltag, der durch das Leben mit einer chronischen Erkrankung entsteht, sondern auch durch eine unmittelbare Unterstützung der respiratorischen Gesundheit.“

Weniger Atemprobleme in den Übungsgruppen

Studienautorin Goncagul Aldan. (Foto: Goncagul Aldan/European Respiratory Society)

An der Untersuchung nahmen 63 COPD-Patienten teil, die am Bilkent City Hospital in Ankara (Türkei) behandelt wurden. Während ein Drittel der Probanden einer Lachtherapie zugeordnet wurde, machte ein weiteres Drittel andere etablierte Atemübungen (Lippenbremse) und das letzte Drittel gar keine. Für die Lachtherapie brachte man den Patienten eine Serie von Übungen bei: rhythmisches Klatschen mit Stimmgeräuschen, spielerische Lachübungen (wie das Nachahmen eines startenden Motorrads oder Löwengebrüll), eine Lachmeditation mit spontanem, nicht erzwungenem Lachen sowie Entspannung mit ruhiger Atmung und Lächeln. Zunächst erlernten die Probanden die entsprechenden Übungen in persönlichem Kontakt mit Übungsleitern. Anschließend wurden sie gebeten, die Übungen für acht Wochen dreimal täglich für 30 Minuten zu Hause durchzuführen. Unterstützt wurden sie dabei durch einen Video-Anruf und Textnachrichten. Vor, während und nach der Therapie untersuchte man die Patienten auf Atemprobleme, den gesundheitlichen Allgemeinzustand und inwiefern sie tagtäglich medizinische Versorgung und Pflege in Anspruch nahmen.

Nach der Behandlungsphase der Studie stellten die Forschenden fest: Patienten aus der Lachtherapie- und solche aus der Lippenbremse-Gruppe hatten weniger Atemprobleme als diejenigen, die gar keine Atemübungen anwendeten. Die beiden Behandlungsgruppen zeichneten sich außerdem durch eine bessere Allgemeingesundheit aus. In Bezug auf die Behandlungsintensität aber unterschieden sich die drei untersuchten Gruppen nicht voneinander.

Training der Atemmuskulatur und Endorphine

„Die Forschungsergebnisse zeigen, dass sowohl die Lippenbremse-Übungen als auch die Lachtherapie den Schweregrad von Atemnot bei COPD-Patienten signifikant minderten“, konstatiert Studienautorin Aldan. „Dieser Effekt blieb selbst einen Monat nach Ende des Übungsprogramms erhalten. Beide Interventionen erbrachten auch vielversprechende Ergebnisse in Bezug auf die Gesundheit der Betroffenen insgesamt. Dies deutet darauf hin, dass die Lachtherapie ein lohnendes Forschungsfeld darstellt, das die Lippenbremse in der COPD-Versorgung ergänzen kann.“ Die Forscherin erläuterte: „Lachen trainiert die Atemmuskulatur, fördert eine tiefe Exhalation und löst eine Ausschüttung von Endorphinen aus, was sowohl körperlich als auch emotional entlastend wirkt. Die Lachtherapie zielt darauf ab, den Effekt echten Lachens im Körper hervorzurufen. Die Mechanismen, auf denen die Lachtherapie bei COPD beruht, sind aber immer noch schlecht verstanden – eine umfassendere Forschung ist hier nötig.“

Die Wissenschaftler möchten nun die Lachtherapie in größerem Maßstab mit mehr Patienten erforschen. Sie streben eine Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern auf internationaler Ebene an, um diesen Ansatz in klinischer Umgebung in mehreren Ländern zu untersuchen.

ERS-Vizepräsident Dr. Marc Miravitlles vom Vall d’Hebron University Hospital in Barcelona (Spanien), beurteilte die Studie als „klein, aber gut gemacht“. Die Ergebnisse seien durchaus vielversprechend. „Lachtherapie ist einfach und kostengünstig, sodass sie von jedem überall auf der Welt angewendet werden kann“, unterstrich der Pneumologe und ergänzte: „Wir freuen uns auf weitere Forschung in diesem Bereich.“