COVID-19: Kein Überlebensvorteil durch Rekonvaleszentenplasma6. September 2021 © Valerii – stock.adobe.com (Symbolbild) In der randomisierten, kontrollierten, offenen Plattformstudie RECOVERY (Randomised Evaluation of COVID-19 Therapy) hat die Gabe von Rekonvaleszentenplasma mit hohen Antikörperspiegeln bei hospitalisierten COVID-19-Patientinnen und Patienten weder das Überleben noch andere vorab festgelegte klinische Outcomes verbessert. Im Rahmen der Studie wurden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip (1:1) entweder einer alleinigen Normalversorgung (normale Behandlungsgruppe) oder einer normalen Behandlung plus Rekonvalszentenplasma mit hohen Antikörperspiegeln (Rekonvaleszentenplasmagruppe) zugeteilt. Primärer Endpunkt war die 28-Tages-Mortalität, analysiert auf ITT-Basis. Im Zeitraum 28.05.2020–15.01.2021 kamen 11.558 (71%) von 16287 in die RECOVERY-Studie eingeschlossenen Personen für eine Behandlung mit Rekonvaleszentenplasma infrage und wurden randomisiert (Rekonvaleszentenplasma: n=5795; Normalversorgung: (n=5763). Die Forschenden beobachteten keinen signifikanten Unterschied in der 28-Tages-Mortalität zwischen den beiden Gruppen: 1399 (24%) Personen in der Rekonvaleszentenplasmagruppe bzw. 1408 (24%) in der Normalversorgungsgruppe verstarben innerhalb von 28 Tagen (Ratenverhältnis 1,00; 95%-KI 0,93–1,07; p=0,95). Die 28-Tages-Mortalitätsrate war zudem bei allen vorab festgelegten Patientenuntergruppen ähnlich, auch bei den Patienten ohne nachweisbare SARS-CoV-2-Antikörper bei der Randomisierung. Die Randomisierung in die Rekonvaleszentenplasmagruppe hatte keinen signifikanten Einfluss auf den Anteil der Patientinnen und Patienten, die innerhalb von 28 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen wurden (3832 [66%] in der Rekonvaleszentenplasmagruppe vs. 3822 [66%] in der Gruppe mit Normalversorgung; Ratenverhältnis 0,99; 95%-KI 0,94–1,03; p=0,57). Unter den Personen, die sich bei der Randomisierung nicht unter invasiver maschineller Beatmung befanden, gab es keinen signifikanten Unterschied im Anteil derjenigen, die den kombinierten Endpunkt einer Verschlechterung hin zum Bedarf an invasiver maschineller Beatmung oder Tod erreichten (1568 [29%] von 5493 Personen in der Rekonvaleszentenplasmagruppe vs. 1568 [29%] von 5448 in der Normalversorgungsgruppe; Ratenverhältnis 0,99; 95%-KI 0,93–1,05; p=0,79). Fazit In der Studie hat die Gabe von Rekonvaleszentenplasma mit hohen Antikörperspiegeln bei hospitalisierten COVID-19-Patientinnen und Patienten weder das Überleben noch andere vorab festgelegte klinische Outcomes verbessert. (ac) Autoren: RECOVERY Collaborative Group Korrespondenz: Peter Horby; [email protected] Studie: Convalescent plasma in patients admitted to hospital with COVID-19 (RECOVERY): a randomised controlled, open-label, platform trial Quelle: Lancet 2021;397(10289):2049–2059. Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(21)00897-7
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