COVID-19: Leberschädigung mit schwerem Verlauf assoziiert

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Eine Studie aus China zeigt, dass über 50 Prozent der Patienten mit COVID-19 verschiedene Grade der Leberschädigung aufweisen.

Das Forscherteam untersuchte die dynamischen Veränderungen der Leberfunktion sowie Assoziationen zwischen Leberfunktionsschäden und Heilungsprognose bei COVID-19-Patienten. Dafür erfolgte eine retrospektive Analyse der klinischen Daten von 675 COVID-19-Patienten. Alle einbezogenen Personen wurden hinsichtlich normaler bzw. abnormaler Leberfunktion und Leberschädigung klassifiziert.

Von den 675 PatientInnen wiesen 253 (37,5%) eine abnormale Leberfunktion während des Krankenhausaufenthaltes auf und 52 (7,7%) zeigten eine Leberschädigung. Die dynamischen Veränderungen der ALT- und AST-Werte waren bei Patienten mit Leberschädigung und bei denen die starben, wesentlich ausgeprägter.

Ein AST-Wert >3-fache ULN (Upper Limit of Normal, obere Normgrenze) bedingte das höchste Risiko für Tod und künstliche Beatmung. Im Vergleich zu Patienten mit normalen AST-Werten stiegen die Sterblichkeit und das Risiko einer künstlichen Beatmung signifikant um das 19,3-Fache (95%-KI 4,89–76,0; p<0,0001) bzw. 116,7-Fache (95%-KI 31,6–431,5; p<0,0001) bei Erkrankten mit einem AST-Wert >3-fache ULN an. Zudem waren eine erhöhte Zahl von Leukozyten, reduzierte Lymphozyten-Werte sowie weibliches Geschlecht unabhängig voneinander mit einer Leberschädigung assoziiert.

Fazit
Dynamische Veränderungen der Leberfunktion sind signifikant mit dem Schweregrad und der Prognose von COVID-19 korreliert. Ein erhöhter Index der Leberschädigung sei eng mit der Mortalität und der Notwendigkeit einer künstlichen Beatmung assoziiert, so die Autoren. Daher sollten diese Indikatoren bei COVID-19-PatientInnen während des Krankenhausaufenthaltes engmaschig überwacht werden. (je)

Autoren: Huang H et al.
Korrespondenz: Minghua Ge; [email protected]
Studie: The association between markers of liver injury and clinical outcomes in patients with COVID-19 in Wuhan
Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2020;52(6):1051–1059.
Web: https://doi.org/10.1111/apt.15962