CPAP versus Protrusionsschiene: Patiententreue macht den Unterschied

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Obstruktive Schlafapnoe stellt durch mangelnde Adhärenz eine besondere Herausforderung für die Therapie dar. Eine randomisierte Studie aus Kanada verglich CPAP und Unterkieferprotrusionsschienen hinsichtlich Wirksamkeit und Therapietreue.

Therapien bei Obstruktiver Schlafapnoe (OSA) müssen geeignet sein, das bei dieser Erkrankung häufige Problem der mangelnden Adhärenz zu lösen, müssen aber natürlich trotzdem wirksam sein. Mit Patienten aus 3 kanadischen Universitätskliniken haben die Autoren einer doppelt randomisierten Studie daher einen Vergleich der Behandlung mit kontinuierlichem positiven Atemwegs­druck (CPAP) bzw. Unterkieferprotrusionsschienen (MAS) angestellt. Dabei zeigte sich, dass die CPAP-Therapie wirksamer war, der Einsatz einer MAS aber zu einer höheren Therapietreue führte. Wurden patientenzentrierte Outcomes (PROs) berücksichtigt, ergab sich den Forschenden zufolge eine ähnliche klinische Wirksamkeit beider Behandlungsoptionen.

Die Untersuchung, in die zunächst 81 therapienaive Patienten mit leichter bis schwerer OSA aufgenommen wurden, verlief in 3 Phasen: Titration, Crossover (Dauer 2,5 Monate) und Beobachtung (6 Monate). Den primären Endpunkt bildete die objektiv gemessene Therapietreue (Anwendung in h/Nacht) während der Crossover-Phase. Zu den sekundären Endpunkten gehörten die Wirksamkeit der Therapien während der Crossover-Phase, die Therapietreue während der Beobachtungsphase sowie PROs, Blutdruck und Nebenwirkungen während beider Studienphasen.

Von 81 randomisierten Teilnehmern durchliefen 79 die Anpassungs-/Titrationsphase (Durchschnittsalter 52,3 ±10,8 Jahre; 58 Männer), 73 wurden in die Crossover-Phase übernommen (und in die Intention-to-Treat-Analyse einbezogen) und 64 schlossen die Beobachtungsphase ab.

Bei der Beurteilung der durchschnittlichen, objektiv ermittelten Adhärenz über einen Monat ergab sich für die Behandlung mit MAS eine höhere Adhärenz als für die CPAP-Therapie (6,0 vs. 5,3 h/Nacht; Differenz 0,7; 95%-KI 0,3–1,2; p<0,001). Bezüglich der mittleren Differenz in der Wirksamkeit von CPAP und MAS wurde ein Wert von 10,4 Ereignissen/Nacht beobachtet (95%-KI 7,8–13,0; p<0,001). Während der Beobachtungsphase entschieden sich 55% (35/64) der Studienteilnehmer für einen Therapiewechsel. Alle Behandlungen führten zu einer erheblichen Verbesserung der PROs.

Fazit
Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass eine Kombination von CPAP und MAS auf lange Sicht die OSA-Therapie verbessern kann. (ac)

Autoren: Hamoda MM et al.
Korrespondenz: Fernanda R. Almeida; [email protected]
Studie: Continuous positive airway pressure and mandibular advancement splints: the CHOICE multicentre, open-label randomised clinical trial
Quelle: Eur Respir J 2025;65(4):2401100.
Web: https://doi.org/10.1183/13993003.01100-2024