CRISPR-Gentherapie für HAE: Positive Phase-III-Studienergebnisse

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In einer Phase-III-Studie erwies sich eine CRISPR-Gentherapie für Hereditäres Angioödem (HAE) als wirksam und sicher. Die Zahl der Anfälle verringerte sich deutlich im Vergleich zu Placebo und die Behandlung wurde gut vertragen.

Ein Team der Universitätsmedizin Amsterdam hat eine Phase-III-Studie zu einer In-vivo-CRISPR-Therapie abgeschlossen. In der doppelblinden, placebokontrollierten, randomisierten Studie wurden 80 HAE-Patienten mit C1-Inhibitor-Mangel eingeschlossen. Sie erhielten entweder die CRISPR-Gentherapie für HAE Lonvoguran-Ziclumeran (n = 52) oder ein Placebo (n = 28). Forschungsgruppenleiter Danny Cohn betonte: „Die Studie belegt, dass die Therapie wirklich wirksam und sicher ist. Diese Bestätigung ist genau das, was die Zulassungsbehörden benötigen, um die allererste In-vivo-CRISPR-Genbearbeitungsbehandlung für den Markt zuzulassen.“

Die Ergebnisse haben die Forschenden auf dem Jahreskongress der Europäische Akademie für Allergologie und klinische Immunologie in Istanbul vorgestellt und gleichzeitig im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

CRISPR-Gentherapie für HAE: Reduktion der Anfälle um 87 Prozent

Die Studie untersuchte eine einmalige CRISPR-Behandlung bei HAE. Als primären Endpunkt legten die Studienautoren die Anzahl der vom Prüfarzt bestätigten HAE-Anfälle pro Monat (die monatliche Anfallshäufigkeit) fest, gemessen ab Woche fünf bis Woche 28 nach der einmaligen Infusion (i. v., Dosis: 50 mg). Zum 10. Februar 2026 waren die Studienteilnehmer im Mittel 7,5 Monate (4,9–12,8 Monate) nachverfolgt worden.

Die durchschnittliche monatliche Anfallsrate wurde nach der Methode der kleinsten Quadrate ermittelt. Sie betrug von Woche fünf bis Woche 28 in der Lonvoguran-Ziclumeran-Gruppe 0,26 (95 %-Konfidenzintervall [KI]: 0,15 bis 0,45) und 2,10 (95 %-KI: 1,55 bis 2,86) in der Placebo-Gruppe. Damit zeigte sich eine relative Reduktion der HAE-Anfälle um 87 Prozent (relativer Unterschied: –87 %; 95 %-KI: –93 bis –78; P < 0,001). Damit sprechen die Ergebnisse „eindeutig für die aktive Behandlung“, so die Einschätzung der Forschenden um Cohn. Außerdem blieben 62 Prozent der behandelten Patienten ohne jegliche Erhaltungstherapie anfallsfrei, verglichen mit nur elf Prozent in der Placebo-Gruppe.

Sekundäre Endpunkte: Weniger Bedarfsmedikation und bessere Lebensqualität

Auch hinsichtlich der wichtigsten sekundären Endpunkte fielen die Ergebnisse positiv aus: Der Bedarf an Bedarfsbehandlung sank um 89 Prozent. Außerdem gingen mittelschwere bis schwere Anfälle um 91 Prozent zurück, und auch die Lebensqualität der Patienten in der Therapiegruppe verbesserte sich deutlich stärker als bei den Teilnehmern, die nur Placebo erhalten hatten.

Cohn merkt an, dass die Studienteilnehmer dazu neigten, bereits beim frühesten Anzeichen einer möglichen Schwellung Medikamente einzunehmen. „Daher können wir nicht mit Sicherheit sagen, ob alle gemeldeten Schwellungen tatsächliche Anfälle waren“, so Cohn. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der völlig anfallfreien Patienten steigen wird, jetzt, da die Teilnehmer wissen, dass sie die Wirkstoffbehandlung erhalten haben. Dieses Bewusstsein wird ihnen wahrscheinlich das Vertrauen geben, auf die Bedarfsbehandlung zu verzichten.“

Behandlung erweist sich als gut verträglich

Cohn geht davon aus, dass Patienten mit der CRISPR-Gentherapie für HAE möglicherweise keine kontinuierliche vorbeugende Medikation mehr benötigen. Dadurch blieben ihnen die damit verbundenen Nebenwirkungen erspart. Dies könne die Belastung durch die Behandlung und die Medikamentenabhängigkeit reduzieren, die Angst vor zukünftigen Anfällen mindern und letztendlich die Lebensqualität verbessern, ergänzte Cohn.

Was die Sicherheit betrifft, scheint die CRISPR-Gentherapie für HAE gut verträglich zu sein. Die häufigsten Nebenwirkungen waren leichte infusionsbedingte Reaktionen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Rückenschmerzen. Dabei klangen die beobachteten Nebenwirkungen in der Regel schnell ab. In der Behandlungsgruppe wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet.

„Das macht die Ergebnisse außerordentlich relevant; die Behandlung ist nicht nur wirksam, sondern auch sicher“, betont Cohn. Er ergänzte, dass die Daten von 37 Teilnehmern aus den Phase-I- und Phase-II-Studien zeigen, dass die Behandlung auch vier Jahre nach der Verabreichung noch genauso wirksam und sicher ist. (ja/BIERMANN)