CSU fordert Stärkung der kinder- und jugendärztlichen Versorgung

Kinderärztin hört bei einem Jungen die Lunge ab. (Foto: © Robert Kneschke – stock.adobe.com)

Obwohl die Kinder- und Jugendmedizin im Studium eine beliebte Fachrichtung ist, gibt es in Deutschland und seinen Nachbarländern einen erheblichen Mangel an Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin. Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag hier gegensteuern und bringt im Bayerischen Landtag einen Antrag zur Stärkung der kinder- und jugendärztlichen Versorgung ein.

„Wenn junge Familien keine Kinderärzte finden, ist das nicht nur ein Ärgernis, sondern erschüttert geradezu das Vertrauen in die medizinische Versorgung. In Bayern fördern wir die Niederlassung von Kinder- und Jugendärzten bereits seit vielen Jahren ganz aktiv mit Niederlassungsprämien und sorgen mit der Landarztquote auch für Kinder- und Jugendärzte dafür, dass die Medizinerinnen und Mediziner dorthin kommen, wo sie gebraucht werden. Damit helfen wir der Kassenärztlichen Vereinigung ganz aktiv bei ihrem Sicherstellungsauftrag. Jetzt müssen auch die anderen Länder nachziehen und die Zahl der Medizinstudienplätze, dem Vorbild Bayerns folgend, steigern“, forderte der Fraktionsvorsitzende der CSU, Klaus Holetschek.

Das gelte besonders für Länder wie Bremen, die bislang über keine Studienmöglichkeit für Humanmedizin verfügen. Auch der Bund müsse hier stärker koordinieren. „Das bisherige Laissez-faire ist erschütternd und geht an den Bedürfnissen und der Lebenswirklichkeit junger Familien komplett vorbei. Wir müssen endlich entschieden gegen den Ärztemangel vorgehen!“

Der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Fraktion, Bernhard Seidenath, warnte davor, dass Wartelisten oder gar Aufnahmestopps bei Kinder- und Jugendärzten alltäglich würden. Der Gemeinsame Bundesausschuss müsse dringend die Schwellenwerte angleichen, um Unterversorgung besonders im pädiatrischen Bereich bereits ab einem Versorgungsgrad von 75 Prozent zu definieren. Die Kassenärztlichen Vereinigungen könnten dann früher eingreifen, schneller Anreize zur Wiederbesetzung der Arztsitze schaffen und so die Versorgung verbessern, erklärte Seidenath.

„Auch in den Gremien ärztlicher Selbstverwaltung müssen Kinder- und Jugendärzte stärker repräsentiert werden. Unerlässlich sind außerdem finanzielle Anreize. So muss die Anpassung der ärztlichen Vergütung auf Bundesebene endlich angegangen werden. Auch in Bayern gibt es noch Potenzial: Besonders die bessere Vereinbarkeit von Familie und ärztlicher Niederlassung sollten wir noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Gut und hilfreich wäre, wenn es gelänge, an einer medizinischen Fakultät in Bayern einen Lehrstuhl für ambulante Pädiatrie einzurichten“, erklärte Seidenath.