DAA-Therapie in den USA: Schlechtere Karten für ethnische Minderheiten28. Dezember 2018 Foto: © Michail Petrov/Fotolia Amerikanische Wissenschaftler haben in einer neuen Studie beobachtet, dass es nach 2014 und der Verfügbarkeit von direkt wirkenden antiviralen Substanzen (DAA) in der von ihnen untersuchten Kohorte von 29.544 Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus(HCV)-Infektion zu signifikanten Verbesserungen der Behandlungsraten gekommen ist. Allerdings blieb die Gesamtbehandlungsrate im Jahr 2017 trotzdem unter 20 %, wie die Studienautoren berichten. Die niedrigsten Behandlungsraten wurden für Patienten lateinamerikanischer Herkunft und solche mit einer Krankenversicherung über Medicaid oder eine Bedürftigen-Versicherung beobachtet. Dies betrachten die Wissenschaftler mit Sorge, da es sich gerade bei diesen um HCV-gefährdete Bevölkerungsgruppen handele. Für ihre Untersuchung bewerteten die Studienautoren retrospektiv die Versorgungssituation aller Erwachsenen mit chronischer HCV, die zwischen dem 1. Januar 2011 und dem 28. Februar 2017 in je einem von 4 Gesundheitssystemen gelistet waren. Die Studienpopulation hatte einen großen Anteil von Patienten aus ethnischen Minderheiten und über Medicaid oder ähnliche Systeme Versicherter. Bei 29.544 Patienten mit chronischer HCV (60,5 % männlich, 38,4 % schwarz, 8,8 % lateinamerikanischer Herkunft, 18,7 % Medicaid, 25,9 % Medicare, 22,5 % privat bzw. kommerziell versichert) waren die jährlichen Behandlungsraten von 2011 (0,5 %) bis 2013 (2,0 %) stabil. Sie stiegen jedoch zwischen 2014 (4,8 %) und der ersten Verfügbarkeit von DAA und 2017 (16,9 %) an. Während sich die Behandlungsraten zwischen den Geschlechtern kaum unterschieden, wiesen Patienten lateinamerikanischer Herkunft signifikant niedrigere Behandlungsraten auf (Odds Ratio [OR 0,48; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,39–0,60; p<0,001) als weiße Patienten mit nicht lateinamerikanischer Abstammung. Ebenso waren die Therapieraten bei Medicaid-Versicherten (OR 0,21; 95 %-KI 0,20–0,24; p<0,001) geringer als bei Patienten mit kommerzieller Versicherung.
Mehr erfahren zu: "Verändertes Mikrobiom: Mundbakterien spielen eine Rolle bei chronischer Lebererkrankung" Verändertes Mikrobiom: Mundbakterien spielen eine Rolle bei chronischer Lebererkrankung Wissenschaftler haben deutliche Hinweise darauf gefunden, dass bei chronischer Lebererkrankung Bakterien aus dem Mund den Darm besiedeln. Die Forschenden haben auch aufgedeckt, wie sich dadurch das Krankheitsbild verschlechtern kann.
Mehr erfahren zu: "Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen" Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) befürchtet, dass mit der jetzigen Ausgestaltung der Hybrid(H)-DRGs das angestrebte Ziel der Ambulantisierung nicht erreicht werden kann. Er fordert daher eine sachgerechte Refinanzierung vor […]
Mehr erfahren zu: "Darmpolypen: DNA-Tests verbessern den Einblick in erbliche Risiken" Darmpolypen: DNA-Tests verbessern den Einblick in erbliche Risiken Bei fünf bis zehn Prozent der Darmkrebspatienten spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Dabei ist der Anteil bei jüngeren Personen höher. Die DNA-Analyse von Darmpolypen liefert wichtige zusätzliche Informationen über die […]