Darmbakterien: Ballaststoffreiche Ernährung ist mit geringerer Antibiotikaresistenz assoziiert18. Mai 2022 Foto: © mapoli-photo/stock.adobe.com Laut einer US-amerikanischen Studie befinden sich im Darm von Personen, die sich ausgewogen ernähren und täglich mindestens acht bis zehn Gramm löslicher Ballaststoffe zu sich nehmen, weniger antibiotikaresistente Mikroben. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Ernährung eine neue Waffe im Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen darstellen könnte. Dabei sprechen wir hier nicht von irgendeiner exotischen Form der Ernährung, sondern von einer ausgewogenen mit einem ausreichenden Anteil an Ballaststoffen“, erklärt Danielle Lemay vom Western Human Nutrition Research Center des Agricultural Research Service in Davis (USA), Seniorautorin der Studie. In dieser untersuchten die Wissenschaftler spezifische Zusammenhänge zwischen bakteriellen Genen, die die Antibiotikaresistenz beeinflussen mit Ballaststoffen und tierischen Proteinen in der Ernährung von Erwachsenen. Die Forschenden stellten fest, dass eine regelmäßige Ernährung mit hohem Gehalt an Ballastoffen und einem geringen Anteil von Proteinen – insbesondere solche vom Rind oder vom Schwein – signifikant mit einem geringeren Niveau Antimikrobieller Resistenz Gene (ARG) in den Darmmikroben korrelierte. Personen mit den niedrigsten ARG-Leveln in ihren Darmmikroben wiesen auch größere Mengen strikt anaerober Mikroben auf, die als Zeichen für eine gute Darmgesundheit mit einem geringen Maß an Entzündung gelten. Bakterielle Spezies aus der Familie Clostridiaceae waren die häufigsten anaeroben Mikroben. Die Menge tierischer Proteine stellte jedoch nicht den besten Prädiktor für ein hohes ARG-Niveau dar. Den stärksten Hinweis fanden die Forschenden für einen Zusammenhang zwischen höheren Mengen löslicher Ballaststoffe und einem niedrigeren ARG-Niveau. „Überraschenderweise war der wichtigste Prädiktor für eine niedriges ARG-Niveau, sogar noch mehr als Ballaststoffe, die Vielfalt in der Ernährung“, sagt Lemay. „Das lässt darauf schließen, dass man für einen maximalen Effekt besser auf verschiedene Nahrungsquellen zurückgreifen sollten, die reich an löslichen Ballaststoffen sind.“ Die Daten zeigten auch, dass Menschen mit dem höchsten ARG-Niveau im Darmmikrobiom im Vergleich zu solchen mit Werten im mittleren und niedrigen Bereich ein signifikant weniger vielfältiges Darmmikrobiom besaßen.
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