Darmkrebsvorsorge: Inanspruchnahme von Koloskopien mit Beginn des Einladungsverfahrens 2019 leicht gestiegen 31. März 2025 Koloskopie (Abbildung: © Man888/stock.adobe.com) Wie steht es in Deutschland um die Darmkrebsvorsorge? Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat zum Ende des Darmkrebsmonats März Ergebnisse einer aktuellen Schwerpunktauswertung der vertragsärztlichen Abrechnungsdaten für den Zeitraum 2014 bis 2023 veröffentlicht. Der Auswertung des Zi zufolge blieb der Anteil gesetzlich Versicherter zwischen 55 und 64 Jahren in Deutschland, die eine Vorsorgekoloskopie in Anspruch genommen haben, in den Jahren 2014 bis 2018 nahezu unverändert, während dieser Wert zu Beginn des Einladungsverfahrens im Jahr 2019 etwas anstieg. Ein weiterer leichter Anstieg bis zum Jahr 2023 sei lediglich für 55- bis 64-jährige Frauen zu beobachten, berichtet das Zi. Männer der gleichen Altersgruppe blieben auf dem Niveau von 2019. Insgesamt, so erklärt das Institut, könne man bei den 55- bis 64-Jährigen nur geringfügige Unterschiede zwischen Männern und Frauen beobachten. Von der seit 2019 präventiv fokussierten Bevölkerungsgruppe der Männer zwischen 50 und 54 Jahren werde das Angebot ab 2020 in ähnlichem Maße angenommen wie von 55- bis 64-Jährigen. 65- bis 74-Jährige kämen für die zweite Vorsorgekoloskopie infrage, wobei der Anteil derjenigen mit einer Untersuchung in dieser Altersgruppe signifikant niedriger sei als bei den Jüngeren. Über die Jahre 2014 bis 2019 stellte das Zi dabei kaum eine Veränderung fest. Während der COVID-19-Pandemie (2020-2021) zeigen die vertragsärztlichen Abrechnungsdaten einen Rückgang der Inanspruchnahme-Rate. 2023 wurde das Niveau von 2019 wieder erreicht. Weniger Neuerkrankungen seit Einführung der Vorsorgekoloskopie als Kassenleistung „Mit Beginn des Einladungsverfahrens sehen wir, dass die Teilnahmerate an Vorsorgekoloskopien insbesondere bei jüngeren Patienten etwas gesteigert werden konnte“, erklärt der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. „Dass es seitdem keinen substanziellen Anstieg mehr gab, könnte auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen sein. Die sinkende Zahl von Darmkrebs-Neuerkrankungen seit 2002, als die Vorsorgekoloskopie als Leistung der gesetzlichen Krankenkasse eingeführt worden ist, zeigt jedoch deutlich, dass Früherkennungsuntersuchungen vor ernsthaften Erkrankungen wirksam schützen können. Wir müssen allerdings nach wie vor feststellen, dass die Teilnahmeraten zur Darmkrebsvorsorge auch weiterhin deutlich ausbaufähig sind.“ Prozentualer Anteil von gesetzlich Versicherten, die 2014-2023 Vorsorgekoloskopien in Anspruch genommen haben (differenziert nach Alter und Geschlecht). Quelle: © Zi Für den Unterschied der geringeren Inanspruchnahme von Vorsorgekoloskopien durch ältere gegenüber jüngeren Patientinnen und Patienten seien verschiedene Erklärungsansätze denkbar, fährt von Stillfried fort: „Zum einen erhalten ältere Patientinnen und Patienten womöglich auf Grund von Beschwerden öfter eine kurative Koloskopie, so dass der Anlass für die Vorsorgekoloskopie entfällt. Wenn im Alter mehr Koloskopien auf Grund von Symptomen vorgenommen werden, kann das unter Umständen auch für eine unzureichende Vorsorge in jüngerem Alter sprechen. Möglicherweise ist auch die erste Untersuchung als unangenehm empfunden und daher auf die zweite verzichtet worden. Das Einladungsschreiben erhalten gesetzlich Versicherte im Alter von 50, 55, 60 und 65 Jahren. Eventuell kann eine Einladung in höherem Alter die Teilnahme zur zweiten Vorsorgekoloskopie erhöhen. Bekannt ist, dass die Teilnahmerate an Vorsorgekoloskopien bei jüngeren Personen bis 59 Jahre deutlich am höchsten ist und umso geringer ausfällt, je älter die Personen sind. Auch alternative Kommunikationswege bei der Aufklärung zur Darmkrebs-Früherkennung sollten weiter intensiviert werden.“
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