Darmmikrobiom: Auswirkungen von Erblichkeit und Exposition charakterisiert29. August 2022 © sdecoret – stock.adobe.com (Symbolbild) Das Darmmikrobiom wird mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht. Eine universelle Signatur des Mikrobioms, das seinen gesunden bzw. ungesunden Zustand darstellt, ist allerdings noch nicht identifiziert worden. Zudem muss auch noch aufgeklärt werden, wie Genetik, Exposom, Lebensstil und Ernährung das Mikrobiom bei Gesundheit und Krankheit beeinflussen. Erstautor Dr. Ranko Gacesa von der Universität Groningen in den Niederlande und seine Kollegen haben die bakterielle Zusammensetzung, Funktion, Antibiotikaresistenz und Virulenzfaktoren der Darmmikrobiome von Niederländern charakterisiert. Es gelang ihnen, einen Überblick über das Darmmikrobiom zu erhalten und die zugrunde liegenden Auswirkungen der Erblichkeit und Exposition aufzuklären, die die zukünftige Entwicklung von auf das Mikrobiom ausgerichteten Therapien erleichtern könnten. Die Studienteilnehmer (n=8208) stammten aus einer 3-Generationen-Kohorte, an der 2756 Familien teilnahmen. Die Forschenden erstellten die Darmmikrobiomprofile und korrelierten diese mit 241 Wirts- und Umweltfaktoren, zu denen körperliche und geistige Gesundheit, die Einnahme von Medikamenten, Ernährung, sozioökonomische sowie die Kindheit betreffende Faktoren und das Exposom zum Studienzeitpunkt zählten. Die Wissenschaftler erkannten, dass das Darmikrobiom der Teilnehmer vor allem durch die Umwelt und das Zusammenleben geprägt wird. Nur etwa 6,6% der Taxa sind demnach vererbbar, während die Varianz von etwa 48,6% der Taxa maßgeblich durch das Zusammenleben erklärt werden kann. Durch die Identifizierung von 2856 Assoziationen zwischen Mikrobiom und Gesundheit stellten die Autoren fest, dass auch scheinbar nicht miteinander verwandte Krankheiten eine gemeinsame Mikrobiomsignatur aufweisen, die unabhängig von Komorbiditäten ist. Darüber hinaus identifizierten sie 7519 Assoziationen zwischen Mikrobiommerkmalen und Ernährung, Sozioökonomie, frühen Lebensjahren und dem aktuellen Exposom. Dabei zeigte sich, dass zahlreiche frühkindliche und aktuelle Faktoren signifikant mit der Funktion und Zusammensetzung des Mikrobioms assoziiert sind. (sh) Autoren: Gacesa R et al. Korrespondenz: Rinse Weersma; [email protected] Studie: Environmental factors shaping the gut microbiome in a Dutch population Quelle: Nature 2022;604(7907):732–739. Web: https://doi.org/10.1038/s41586-022-04567-7
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