Darmmikrobiom bei Typ-2-Diabetes: Metaanalyse gewährt neue Einblicke

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Der Zusammenhang zwischen mikrobiellen Merkmalen im Darm und Typ-2­Diabetes (T2D) war bis jetzt – teilweise aufgrund unterschiedlicher Studiendesigns – von Inkonsistenz gezeichnet. Selbst in Fällen, in denen einzelne Mikrobenarten mit T2D in Verbindung gebracht werden konnten, ließen sich den betreffenden Assoziationen keine auf bestimmten Mikrobenstämmen basierenden Mechanismen zuordnen.

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Curtis Huttenhower von der Harvard T.H. Chan School of Public Health (Boston, USA) fand in seiner Untersuchung in stammaufgelöster Weise robuste, kohortenübergreifende mikrobielle Signaturen und neue mechanistische Einblicke in T2D.

Die Wissenschaftler führten eine Studie zum T2D-Mikrobiom durch. Zusätzlich analysierten sie 8117 Shotgun-Metagenome von 10 Kohorten aus den Vereinigten Staaten, Europa, Israel und China, die aus Personen mit T2D, Prädiabetes und normoglykämischem Status bestanden.

Die Studienergebnisse offenbarten, dass eine Dysbiose bei 19 phylogenetisch unterschiedlichen Arten mit T2D assoziiert war (Falscherkennungsrate <0,10; bspw. vermehrtes Clostridium bolteae und verringertes Butyrivibrio crossotus). Die Mikroorganismen trugen auch zu funktionellen Veränderungen auf Gemeinschaftsebene bei, die der T2D-Pathogenese zugrunde liegen könnten.

Für die Stämme von 27 Arten, die interindividuelle Unterschiede beim T2D-Risiko erklären (z.B. Eubacterium rectale) fand sich innerartliche phylogenetische Diversität. In einigen Fällen konnte diese durch den stammspezifischen Gentransport, inklusive der an verschiedenen Mechanismen des horizontalen Gentransfers beteiligten Loci, und neuartige dem Stoffwechselrisiko zugrunde liegende biologische Prozesse (bspw. Quorum Sensing) erklärt werden. (sh)

Autoren: Mei Z et al.
Korrespondenz: Curtis Huttenhower; [email protected]
Studie: Strain-specific gut microbial signatures in type 2 diabetes identified in 8,117 metagenomes
Quelle: Nat Med 2024;30(8):2265–2276.
Web: https://doi.org/10.1038/s41591-024-03067-7