„Das Maß ist voll”: Gastroenterologen-Verband fordert ein Ende der Budgetierung26. September 2023 Abbildung: © orelphoto/stock.adobe.com „Das Vertrauen der Bevölkerung in die Zuverlässigkeit unseres Gesundheitswesens ist auf einem Tiefpunkt“, warnt Dr. Ulrich Tappe vom Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng). „Immer mehr Menschen glauben, dass die Politik nicht in der Lage ist, eine hochwertige, bezahlbare und nachhaltige Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Und das zu Recht.“ Schon 2020 hätten sich 30 Prozent der Befragten in einer Studie der Robert-Bosch-Stiftung besorgt über die Zukunft der Gesundheitsversorgung geäußert, erinnert der bng. Inzwischen – drei Jahre später 2023 – zeige sich einer aktuellen forsa-Umfrage der Innungskrankenkassen mehr als die Hälfte der Bevölkerung unzufrieden mit der Gesundheitspolitik der Bundesregierung. „Das ist kein Wunder“, erklärt Tappe. „Das zulässige Angebot für medizinische Leistungen in der ambulanten Versorgung ist seit Jahrzehnten gedeckelt. Die Menschen merken dies, wenn sie trotz Beschwerden auf Arztermine warten müssen. Wir müssen längst rationieren und können nur Akut- und Notfälle kurzfristig versorgen. Budgetpolitik und Bedarfsplanung setzen uns Grenzen, die wir nicht überschreiten dürfen. Der ausbleibende Ausgleich für Kostensteigerungen durch Inflation, Personaltarife und Betriebsausgaben zwingt uns zudem, unwirtschaftliche Leistungen runterzufahren, um unseren Praxisbetrieb überhaupt aufrecht erhalten zu können.“ Laut dem bng stecken Ärzte in einer Zwickmühle: Nachfrage und Kostenentwicklung erforderten zur wirtschaftlichen Deckung des Bedarfs eine Leistungsausweitung, die „im Schraubstock der Budgetierung“ nicht umgesetzt werden könne. „Es muss endlich Schluss sein mit der Budgetierung“, fordert Tappe. „Unter dem Deckel werden wir die Qualität der ambulanten Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung nicht aufrecht erhalten können.“
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