Datenbasierte Früherkennung soll chronische Nierenkrankheit schneller diagnostizieren20. Oktober 2026 Symbolbild: UniqGraphicX – stock.adobe.com Die Betriebskrankenkassen (BKK) starten gemeinsam mit dem BKK Dachverband, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), der Charité Berlin und dem Nephrologen Prof. Thorsten Feldkamp (Rendsburg/Eckernörde) ein Pilotprojekt für die datenbasierte Früherkennung der chronischen Nierenkrankheit (CKD). Gemeinsames Ziel des Projektes „Mein Nierenkompass“ ist es, eine CKD möglichst frühzeitig zu entdecken. Denn wird sie zu spät erkannt, verstreicht wertvolle Zeit, in der der Verlauf der Erkrankung noch positiv beeinflusst und der Weg zur Dialysebehandlung verhindert werden könnte. Gestartet wurde das Projekt von den drei Pilotkassen Bahn-BKK, Novitas BKK und SBK Siemens-Betriebskrankenkasse. Ein eigens mit dem Düsseldorfer Unternehmen GWQ ServicePlus entwickeltes Prognosemodell soll in dem Projekt Versicherte identifizieren, die ein hohes Risiko für eine chronische Nierenkrankheit aufweisen. Laut einer Mitteilung der SBK macht die auf Machine-Learning gestützte Auswahl die Ansprache besonders treffsicher. Während ohne Modell rund 65 Versicherte angeschrieben werden müssten, um einen positiven Test zu erzielen, liege die Trefferquote beim ML-gestützten Verfahren bei etwa jedem fünften. Gezielt ansprechen, intensiv begleiten Alle Versicherten mit auffälligem Befund erhalten die weitere Diagnostik in der Hausarztpraxis. Bestätigt sich der Verdacht auf CKD, werden diese Versicherten bis zu ein Jahr lang besonders intensiv von ihrer Krankenkasse begleitet. Dabei sollen sie von einer individuell zugeschnittenen Beratung, zum Beispiel zu gesunder Ernährung und Bewegung sowie von hilfreichen Hinweisen zu passenden Versorgungsangeboten profitieren. Das Programm soll die Gesundheitskompetenz der Versicherten stärken und deren aktive Beteiligung an der Therapie stärken, indem es sie bei der Umsetzung des ärztlichen Behandlungsplans gezielt unterstützt. Versicherte mit einem zum Testzeitpunkt unauffälligen Befund erhalten Informationen zu weiteren präventiven Maßnahmen und nach einem Jahr ein Angebot zur weiteren Testung. Wissenschaftliche Begleitung Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, der Charité Berlin sowie von Prof. Thorsten Feldkamp vom Nephrologischen Zentrum Rendsburg/Eckernförde (Schleswig-Holstein). Zu dieser Begleitung gehört auch, die Wirksamkeit der einzelnen Schritte fortlaufend zu evaluieren und daraus Verbesserungen abzuleiten. Dr. Eric Amelunxen, Arzt und Wissenschaftler in der Klinik für Innere Medizin IV mit den Schwerpunkten Nieren- und Hochdruckkrankheiten am UKSH kommentiert: „Gute Nachrichten vorweg: Wir haben heute sehr wirksame Maßnahmen und Medikamente, um das Fortschreiten einer CKD zum Nierenversagen deutlich zu bremsen. Entscheidend ist dabei, Betroffene frühzeitig zu erkennen und strukturiert zu begleiten – hier können wir noch deutlich besser werden. ‚Mein Nierenkompass‘ setzt genau dort an und bietet einen neuartigen und intelligenten Ansatz.“ (ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: CKM-Syndrom: Starker Anstieg des hs-CRP-Werts bereits im Frühstadium Schwangerschaftskomplikationen mit deutlich höherem kardio-renal-metabolischen Risiko verbunden
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